Samstag, 26. Oktober 2013

Überraschende Feststellung: Fast nur Radler auf der Waldschlösschenbrücke

Während nach Veröffentlichung neuer Verkehrszahlen an der Waldschlösschenbrücke anscheinend Hähme um sich greift - ein kräftiges "Das haben wir immer gewusst" der elitären Brückengegner-Minderheit - überraschen mich gar nicht zwei andere Erkenntnisse, die SZ heute veröffentlicht, aber in ihrer Online-Ausgabe unterschlagen (vergessen?) hat:



  • Gegenstand dieses "Wettbewerbs" war: Über welche Brücke kommt man am schnellsten von der Alt- in die Neustadt und zurück. Den hat die Waldschlösschenbrücke gewonnen, obwohl der "Tester" peinlicherweise die Linksabbiegespur in die Radeberger übersehen und eine unnötige 5-Minuten-Schleife "in Richtung Bühlau" eingebaut hat. Er hätte ansonsten nicht mit einer sondern vermutlich mit 6 Minuten Vorsprung gewonnen.
  • Aber viel spannender finde ich die beiläufige Bemerkung des "siegreichen" Auto(r)s: "Auf der Brücke sind fast nur Radfahrer zu sehen".
Letzteres leuchtet ein, wenn man sich mit den Bedingungen für den Radverkehr zwischen blauem Wunder und der Albertbrücke näher befasst (siehe frühere Beiträge in diesem Blog). Statt der übelsten Rumpelei über den Körnerweg fährt man eben jetzt am Blauen Wunder auf die linke Elbseite und über die Waldschlösschenbrücke zurück. Das ist außerdem noch viel attraktiver als über das sturzgefährliche Provisorium neben der Albertbrücke zu turnen.


Dienstag, 3. September 2013

Dresdner überrascht von Waldschlösschenbrücke


Hoppla, das ging gerade noch mal gut. Da eine Ampel für Radfahrer fehlt (sie müsste genau in der Bildmitte stehen), wird es hier früher oder später einen Unfall geben. Die Radfahrer sind völlig überrascht vom lospreschenden Motorrad.
Plötzlich und unerwartet ist sie da, die Waldschlösschenbrücke. Vor allem fällt auf, dass es Staus auf Straßen genau da gibt, wo man sie vorhersehen konnte - außer anscheinend, wenn man Verkehrsplaner im Dresdner Rathaus ist.
Was bisher weniger auffällt, ist die Einbindung des Dresdner Radverkehrs und seiner Hauptschlagader, des Elberadweges. Hier nörgelt anscheinend nur eine Randgruppe.
Die ersten Unfälle werden aber nicht auf sich warten lassen. Wenn der gesamte Dresdner Radverkehr nach Schulnoten in Richtung 5 tendiert, ist es an der Waldschlösschenbrücke wenigstens eine 4, was einen aber nicht glücklich machen muss, weil ja alles neu ist und kein Provisorium sein sollte. Spektakuläre Einzellösungen wechseln sich mit fahrlässigen Mängeln munter ab. Details findet ihr in meinem Bildbericht auf Komoot - am jeweiligen Bild beschrieben.
Das ist ein Novum: An der Radampel ist ein Taster für Blinde. Blinde Radfahrer? Weiter hinten im Bild endet der Radweg in einer Bushaltestelle. Wenn da ein Bus steht, werden Radfahrer ind en Hauptverkehr ausweichen. Absehbare Unfallstelle.
Der Alltagsverkehr wird sich relativ schnell rein- und abfinden. Für Ortsunkundige, die vor allem auf dem Elberadweg unterwegs sind und die Brücke zur Querung nutzen wollen, wird es aber ein gefährliches Unterfangen.

Sonntag, 11. August 2013

Ende August soll linkselbischer Radweg fertig sein

Wie die Sächsische Zeitung mitteilt, soll der linkselbische Radweg noch in diesem Monat fertig sein. Von der neuen Elbbrücke, die Niederwartha mit Radebeul verbindet, bis Wildberg sind es zwar nur 400 Meter, aber mit diesen hatten sich Anwohner und Behörden besonders schwer getan und deshalb für ein großes Gefahrenpotential auf der B6 gesorgt. In Besonders die aus Richtung Meißen in Richtung Dresden fahrenden Radler waren betroffen, weil sie zwei Mal die Bundesstraße kreuzen mussten. Insbesondere im unmittelbaren Brückenbereich war das besonders gefährlich.
Streitigkeiten mit Anliegern und ein betroffenes FFH-Gebiet machten ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, so dass dieser kurze Abschnitt erst jetzt realisiert werden konnte.

Sonntag, 30. Juni 2013

Elberadweg-Ausbau geht weiter, aber...

Gute und nicht ganz so gute Nachrichten kommen aus der Stadtverwaltung.

Vom 1. Juli bis zum 23. August soll in Niederwartha der linkselbische Lückenschluss auf dem Elberadweg erfolgen. Länge: 0,4 km, Asphalt, Kosten: 150.000 €. Damit ist der Elberadweg dann auf der linken Seite durchgängig passabel befahrbar.
Dennoch gehen hier Ausbaumaßnahmen weiter. Unterhalb der Carolabrücke sollen 180 00 Euro für einen 5 Meter breiten Ausbau ausgegeben werden.

Anders sieht es weiterhin auf der rechten Elbseite aus. Auch hier soll noch in diesem Jahr ein Baubeginn sein - und zwar vom Körnergarten bis zum Körnerweg. Für 190 000 Euro soll hier ein wichtiges Wegstück geschaffen werden um den verkehrskritischen Abschnitt über den Körnerplatz "aus dem Rennen" zu nehmen. Allerdings wird die Investition kaum zu mehr Radfahrern auf diesem Abschnitt führen und durch die neue Verkehrsführung wird sogar bei den ortsunkundigen Elbradweg-Touristen der Frust noch größer, denn an den aus Großpflaster bestehenden Wegabschnitt an der Saloppe traut sich die Stadt nach wie vor nicht heran.(siehe auch "Körnerweg im Zusammenhang sehen")

Zwischen Pillnitz und Waldschlösschenbrücke bleibts ein Elend.


Elberadweg Dresden auf einer größeren Karte anzeigen

Samstag, 22. Juni 2013

Elberadweg zwischen Mühlberg und Dresden nach der Juniflut 2013

Die Sächsische Zeitung hat sich des Themas angenommen und so können wir Euch hier den Stand zur Sommersonnenwende (21. Juni) mitteilen:

Das Meiste ist (mit Einschränkungen) befahrbar.
Zwischen Meißen und Radebeul ist die Strecke oft unterbrochen. Doch es gibt Schleichwege. „Die ersten Fernfahrer sind schon wieder unterwegs“, sagt Kreisradwegewart Hans-Jochen Gramann. In den vergangenen Tagen ist er den Radweg sowohl rechts- als auch linkselbisch vom Nordrand Dresdens bis zur Landesgrenze mit Brandenburg abgefahren. Sein Fazit: Die Schäden halten sich Grenzen. Momentan stören vor allem Schönheitsfehler wie Sträucher voller Plastiktüten oder Brückengeländer, in denen sich Flutabfall verfangen hat. Dazu kommen etliche Stellen, an denen die Strecke nach wie vor von bräunlichen Lachen überdeckt ist oder verschlammte Teile. Nicht zu vergessen der Gestank, welcher über weiten Teilen der Landschaft hängt. 

Am schlimmsten in Promnitz bei Riesa
Am schlimmsten hat die Elbe nach Gramanns Angaben im Zeithainer Ortsteil Promnitz gewütet. Ähnlich wie bereits 2002 wurde hier der Elberadweg auf einer Länge von etwa 200 Meter hinweggerissen. Dazu kommen unterspülte Bereiche an der Fähre in Promnitz. Gramann geht davon aus, dass es Monate dauern wird, bis dieser Abschnitt erneuert ist.
Der Radwegewart hat sich in den vergangenen Tagen vor allem um die zahlreichen Schilder gekümmert. Ein Teil der Pfosten sei von der Elbe aus ihrem Fundament geholt und abgespült worden. Die Bauhöfe der Gemeinden würden jetzt daran arbeiten, diese Verluste zu ersetzen. Die Schilder selbst hat Gramann in mühevoller Kleinarbeit geborgen, abgespritzt und in seiner Garage gelagert. Sie sollen so schnell wie möglich wieder den Touristen die Wege nach Meißen, Radebeul und Riesa weisen. „Es muss vorwärts gehen“, sagt Gramann und prägt damit ein Credo für die Städte und Dörfer entlang des Weges. Eine erste Bestandsaufnahme der Schäden liegt aus dem Rathaus Coswig vor. Nach Angaben einer Sprecherin kommen hier insgesamt 78.000 Euro zusammen. Sie teilen sich auf kaputte Bänke und Grillplätze, unterspülten Asphalt und die Reinigungskosten auf. Mit Radladern werden angeschwemmter Müll und Elbeschlamm auf Container verladen. Die mit Pflanzenresten verklebten Bäume und Sträucher lassen sich wahrscheinlich nur in mühevoller Handarbeit säubern. Coswig hat dazu unter anderem knapp 30 Empfänger von Arbeitslosengeld II im Einsatz, die diese Arbeit zusätzlich vergütet erhalten. Dazu stoßen die Mitarbeiter des Baubetriebshofes. Wichtig ist ein einladender Elberadweg vor allem für die Wirte und Hoteliers links und rechts der Strecke. Sie mussten in den vergangenen Wochen zahlreiche Absagen hinnehmen und hoffen, spätestens in den Sommerferien wieder Gäste begrüßen zu können. In guten Jahren kommen über den Radweg 4 Millionen Touristen nach Sachsen und lassen im Schnitt 55 € pro Person und Tag in der Region.
Quelle: SZ-Online


Elberadweg Hochwasser-Ausweichrouten auf einer größeren Karte anzeigen

Mittwoch, 29. Mai 2013

Weitere Lückenschlüsse versprochen - aber leider nicht bei uns

Sachsens Verkehrsstaatssekretär Roland Werner und der Staatssekretär im Umweltministerium, Dr. Fritz Jaeckel, informierten sich am 29. Mai 2013 bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin über mögliche Lückenschlüsse beim Elberadweg. Gemeinsam fuhren sie mit dem Fahrrad von Bad Schandau bis zum derzeitigen rechtsseitigen Ende des Elberadwegs in Halbestadt; anschließend ging es zu Fuß weiter bis zur Fährstation Rathen. „Der Elberadweg ist der wichtigste Radweg in Sachsen“, so Staatssekretär Werner. „Deshalb freue ich mich, dass die linkselbische Lücke zwischen dem Königsteiner Freizeitpark und dem Bahnhof in Bad Schandau zügig geschlossen werden kann: Nach dem gerade ergangenen Planfeststellungsbeschluss konnten wir jetzt das Vorhaben kurzfristig ins laufende Bauprogramm einordnen. Die Mittel in Höhe von 912.000 Euro für den Bau des Radwegabschnittes stehen bereit, noch in diesem Jahr können die Arbeiten beginnen. Der Radtourismus hat ein enormes Wachstumspotenzial. Nun wollen wir sehen, wo weitere Lückenschlüsse möglich sind.“
 „Die einzigartige Felsenwelt des Elbsandsteingebirges mit ihrer reichen Flora und Fauna zu schützen und zu erhalten, ist eine wichtige Aufgabe“, unterstrich auch Staatssekretär Dr. Jaeckel. „Gleichzeitig gilt es aber auch, diese wundervolle Landschaft den Menschen zur Erholung und für Erlebnisse in der Natur zugänglich zu machen. Dafür unterhält die Nationalparkverwaltung nicht nur mit hohem Aufwand rund 400 Kilometer perfekt ausgeschilderte Wanderwege. Sie setzt sich als treibende Kraft auch für sanfte Mobilität ein. So sind schon seit 1997 abseits öffentlicher Straßen Wanderwege als Radrouten ausgeschildert. Das Radroutennetz umfasst 50 Kilometer“.

Dazu meine ich: 
Die Lückenschlüsse lassen jedes Radlerherz höher schlagen. Auch die Feststellung des Staatssekretärs "Der Elberadweg ist der wichtigste Radweg in Sachsen“ lässt einen freudig aufhorchen. Um solche zu finden hätte man allerdings nicht erst 50 km von zu Hause eine Erkundungstour machen müssen sondern nur 5 km vom Carolaplatz mit einer tollen Energiebilanz bis zum Körnerweg fahren müssen, um die größte Katastrophe des gesamten Elberadweges ERFAHREN zu können.
Der Katastrophenabschnitt schadet nicht nur dem Image Sachsens und Dresdens gegenüber Touristen, sondern er beraubt den Alltagsverkehr in der Stadt einer gegenüber dem Auto vorteilhaften Strecke. Über die Bautzner Straße braucht man schon eine gewisse Fitness und die Schillerstraße hinunter ist nur was für ganz Mutige. Auch das Fahren auf der rutschigen Behelfs-Albertbrücke ist keine Erbauung, zumal man, um so zum Körnerplatz zu gelangen, mehrmals linksabbiegend den Hauptverkehr kreuzt. Das tun sich viele Dresdner nicht an und fahren eben nur deshalb mit dem Auto...


Dienstag, 30. Oktober 2012

Körnerweg: Kurzsichtige Denkmalschutz-Argumente

Bereits seit dem Jahr 2000(!) blockiert die Bürgerinitiative Körnerweg eine vernünftige Radweg-Lösung auf eben jenem Körnerweg. Die Argumente sind für sich genommen einleuchtend, im Zusammenhang betrachtet schaden sie aber sowohl der Natur als auch dem Denkmalschutz.
Ich habe mir erlaubt, hier die Quelle ausschnittweise zu zitieren und dagegen zu argumentieren.
Die Denkmalwürdigkeit des Körnerweges besteht in seiner historisch gewachsenen Ausformung und wird nicht zuletzt durch die besondere Eigenart des sächsischen Sandsteins bestimmt, der sich in den großformatigen Quadern der Böschungen, des Wegbelages, der Stützmauern, der Weinbergsmauern und in der Architektur der Gebäude wiederfindet. Zum Denkmalwert dieser Kulturlandschaft gehört eben dieses überlieferte homogene Erscheinungsbild einschließlich seiner Nutzungs- und Alterungsspuren.
Für sich betrachtet ist die Argumentation durchaus überzeugend. Der Fokus ist aber nur auf das einzelne denkmalwürdige Objekt gerichtet, nicht aber auf die Schutzwürdigkeit des Elbtales, des natürlichen und kulturellen Erbes insgesamt ausgerichtet.
Betrachtet man nämlich den Körnerweg als potentiellen Radweg in seinem Gesamtzusammenhang, nämlich in seiner außerordentlichen Bedeutung für den Radverkehr insgesamt, so muss man zu anderen Schlüssen kommen.
Die Dresdner Elbtalweitung hat im Bereich Könerplatz eine geologische Engstelle, die durch den westlichsten Ausläufer des Lausitzer Granitmassivs gebildet wird. Dies hat zur Folge, dass rechtselbisch auf Flussniveau nur ein sehr schmaler Durchlass ist. Autos können die Höhenunterschiede problemlos überwinden. Für Radfahrer stellten diese aber eine Barriere dar, sofern sie nicht den Körnerweg nutzen können.
Die Alternative ist der Umweg über die (enge und steile) Schillerstraße oder über das Blaue Wunder und zurück über die Albertbrücke oder künftig über die Waldschlösschenbrücke. Ohne Körnerweg entsteht mehr (unnötiger) Radverkehr auf dem Blauen Wunder und in der Folge im Bereich Schillerplatz / Goethestraße und gleichzeitig verhindert man so mehr Radverkehr insgesamt, weil ganze Stadtteile von einer bequemen Rad-Verbindung von und nach der Innenstadt abgeschnitten werden.
Das Fahrrad im Allgemeinen ist gut für die Gesundheit (entlastet Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzte...) und die Umwelt (beste Energiebilanz aller Verkehrsmittel) und es ist das Verkehrsmittel, das am wenigsten verbraucht von knappen und teuren Ressourcen wie
  • Brennstoffe 
  • Parkplätze
  • Verkehrsraum
Gegen all das steht die engstirnige, auf die Lokalität Körnerweg fokusierte Sichtweise der Bürgerinitiative!


Denkmalschutz kontra Denkmalschutz

Mehr Radverkehr bedeutet weniger Autoverkehr. Weniger Autoverkehr bedeutet weniger Abgase. Weniger Abgase bedeuten mehr Schutz für unsere Baudenkmale. "Dem Erhalt schützenswerter Bausubstanz kommt immer mehr Bedeutung zu. Durch umweltschädigende Abgase und durch chemische Prozesse in den Baustoffen werden Bauwerke und Fassaden geschädigt. Prächtige Bauten, die Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende überdauert haben und Eindrücke über Fertigkeiten, Leben und Tüchtigkeit der Erbauer erkennen lassen, werden innerhalb weniger Jahre zerstört." schreibt der Fachverband Fassadensanierung. Mehr Bürger vom Auto aufs Rad zu bringen ist also geradezu eine Mission zugunsten des Denkmalschutzes. Gerade der Sandstein leidet besonders stark unter der Abgasbelastung in der Stadt. Ein behutsamer Eingriff am Körnerweg ist also zum Vorteil des Denkmalschutzes als Ganzes.
Zum Denkmalwert dieser Kulturlandschaft gehört eben dieses überlieferte homogene Erscheinungsbild einschließlich seiner Nutzungs- und Alterungsspuren. Weil der Denkmalwert an die Erhaltung des Originalzustandes zwingend gebunden ist, sind lediglich sehr behutsame Eingriffe statthaft.
... heißt es bei der BI weiter. Ein "homogenes Erscheinungsbild" einschließlich "Nutzungs- und Alterungsspuren" ist eine Platitüde. Durch Abnutzung von Straßen (Schlaglöcher, Pfützen, verrutschte Steine) geht das ursprünglich homogene Erscheinungsbild verloren und wird inhomogen.
Der zweite Satz ist schon der Widerspruch zum ersten, denn es geht um die Erhaltung des Originalzustandes, nicht um die Subvention von Alterung und Abnutzung.
Dennoch wird niemand ernsthaft widersprechen, wenn gefordert wird, dass Eingriffe so behutsam wie möglich sein sollten.
Die geplante Asphaltierung zerstört den Denkmalwert des Körnerweges, und zwar unwiederbringlich.Hinzu kommt, dass die technische Ausführung der alten Pflasterung den jährlichen Überschwemmungen der Elbe standgehalten und sich über Jahrhunderte bewährt hat. Dieser Aspekt ist von wesentlicher Bedeutung, da sich nahezu der gesamte Körnerweg im Überschwemmungsgebiet der Elbe befindet (siehe Verordnung der Landeshauptstadt Dresden zur Festsetzung des Überschwemmungsgebietes der Elbe in Dresden vom 11. Mai 2000).
Das Jahrhunderthochwasser hat diese Argumentation inzwischen entkräftet. Im Gegenteil. Die asphaltierten Wege sind besser durch das Hochwasser gekommen als alle anderen Bauarten.
Die Ufermauern, der Weg und die Stützmauern bilden eine statisch funktionierende und kraftschlüssige Einheit. Die Zerstörung eines Teils, hier der Wegpflasterung, wird einen katastrophalen Einfluss auf die anderen Teile haben.Im Gegensatz zu einer Asphaltierung kann der gepflasterte Sandsteinweg auch Querkräfte von Mauer und Ufer aufnehmen und ist erheblich flexibler in Bezug auf Frostphasen nach Überschwemmungsperioden. (Ähnliche Fehler machte man in Teilbereichen des Rheins, in deren Folge betonierte und asphaltierte Wege schon durch wenige Hochwasser an den Rändern unterspült und rasch zerstört wurden.)Da die flache und schmale Gründung aller Stützmauern die in diesem Umfang geplanten Baumaßnahmen nicht zulassen, ist zu befürchten, dass Uferstützmauern sowie Uferbefestigungen in Mitleidenschaft gezogen werden. 
Stimmt nur, wenn man die Befestigung beseitigt. Durch fachgerechte Überbauung entstehen die beschriebenen Schäden nicht.
Weiterhin ist zu bemerken, dass es bisher ein konfliktfreies Nebeneinander von Wanderern, Radfahrern, spielenden Kindern, Anwohnern, Reitern und Pferdefuhrwerken gibt. Selbstredend ordnen sich die Anlieger mit ihren Autos diesem funktionstüchtigen Gefüge unter und fahren Schrittgeschwindigkeit. Gegenseitige Rücksichtnahme funktioniert zum gegenseitigen Vorteil. Hier wird eine Lebens- und Wohnqualität, wie sie heute bei Stadtrekonstruktionen und Neuplanungen mit hohem planerischen und finanziellen Aufwand angestrebt, aber kaum erreicht wird, für alle Verkehrsteilnehmer gewahrt. Mit dem Ausbau des historischen Weges primär für Radfahrer ginge das bisherige Gleichgewicht verloren.

Gegensatz von Radfahrern und Fußgängern? Zwischen Anwohnern und Nichtanwohnern!

Es wird ganz sicher hier kein reiner Radweg möglich sein und auch nirgendwo gefordert. Der "Ausbau primär für Radfahrer" meint wohl die Beseitigung der Mängel an der Befahrbarkeit. Der weg ist aber auch nicht "begehbar" und für Fußgänger, insbesondere ältere Menschen, schlicht eine Zumutung. Wenn die Fußgänger die Wahl zwischen Asphalt und Kopfsteinpflaster haben, nutzen sie den Asphalt, wie am Körnerweg weiter unten selbst zu sehen ist - siehe dazu Frank Nagel - Ausbauvarianten Körnerweg - Abbildungen unter Punkt 6. Der Gegensatz ist nicht Radfahrer - Fußgänger sondern Nichtanwohner - Anwohner. Ja. Letztere verlieren vielleicht etwas an Wohnqualität, wenn mehr Leben auf dem Körnerweg ist. Wenn das Interesse am Denkmalschutz bei den Anwohnern aber nicht nur vorgeschützt sondern ehrlich ist, werden sie im Interesse der ganzen Stadt den Nachteil in Kauf nehmen.
Anzumerken seien zusätzlich die im Wegbereich befindlichen Grundstückseingänge, die mit den oben genannten Fakten ein erhebliches Gefahrenpotential für alle Verkehrsteilnehmer beinhalten. 
Der Ausbau könnte so erfolgen, dass an der Stützmauerseite ein Streifen mit Pflaster sichtbar bleibt, was auch dem Denkmal zugute käme. Dies wäre zugleich ein Schutzstreifen für sicheres Heraustreten.
Zusätzlich gilt es darauf hinzuweisen, dass moderne Räder auf Asphalt rasante Geschwindigkeiten erzielen, ebenso wie Rollerskater, welche die Asphaltierung gerne annehmen werden.
Die rammsauersche Wortwahl dahingestellt sind moderne Räder in der Tat schnell und man muss sich schon hier wie überall darauf einstellen. Auch darauf, dass es Unvernünftige und Rücksichtslose gibt. Es ist nicht ersichtlich, wodurch Körnerweg-Anwohner ein Privileg haben sollten, das sie vor den alltäglichen Erscheinungen mehr schützt als Menschen anderswo. Hier ist weder ein Kindergarten noch Schule noch ein Altenheim.
Weiterhin geben wir zu bedenken, dass auch künftig die uneingeschränkte Zufahrt und bedingte Durchfahrt für Pkw und Lkw möglich sein muss, insbesondere für Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Müllabfuhr, Baufahrzeuge, Taxis und nicht zuletzt durch Privaffahrzeuge der Anlieger, die zum Be- und Entladen zu ihren Grundstücken fahren und in der Nähe bzw. auf ihren Grundstücken parken. Das Recht der Anlieger würde durch die Ausweisung des Körnerweges als Radweg erheblich beeinträchtigt, Konflikte wären vorprogrammiert und mögliche juristische Komplikationen sind absehbar.
Hier wird weiter mutwillig in die Irre geführt, da es nicht um einen reinen Radweg im Sinne der StVO geht.
Der unbedingten Erhaltung dieses über die Jahrhunderte gewachsenen und für Dresden so einmaligen Bauwerkes gilt unser besonderes Interesse und unser Engagement.
Das ist schön, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass dies nicht uneigennützig ist. Uneigennützig wäre das Interesse nur, wenn es dem Erhalt der Kulturlandschaft als Ganzes mehr diente als dem Vorteil, einen Weg für sich allein zu haben. Die Einrede eines bestehenden "konfliktfreien Nebeneinander" aller Verkehrsarten beim jetzigen Zustand wird nämlich durch zahlreiche Leserzuschriften über Jahre, Beschwerden und die unendliche Debatte gerade um diesen Abschnitt eindrucksvoll widerlegt.

Quelle (Wortlaut der Stellungnahme)