Dienstag, 24. April 2018
Stadt Dresden erhält Fördermittel für Elberadweg - Köpkebrücke am Alberthafen
Der Oberbürgermeister der Stadt Dresden, Dirk Hilbert, konnte sich heute (14.04.18) über einen Fördermittelbescheid in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro, überreicht von Staatssekretär Stefan Brangs, freuen. Die Mittel stehen für die Instandsetzung der denkmalgeschützten Stahlfachwerkbrücke, welche den Elberadweg über die Zufahrt zum Alberthafen führt, zur Verfügung. Das sogenannte Einfeldbauwerk wurde 1893 mit der direkt neben dem Bauwerk befindlichen Eisenbahnbrücke als Zwillingsbrücke nach einem Entwurf von Claus Köpke, Konstrukteur des „Blauen Wunders“, errichtet.
„Ich freue mich, dass wir mit dieser Förderung dazu beitragen können, die historische Stahlfachwerkbrücke als technisches Denkmal zu erhalten. Gleichzeitig wird mit der Instandsetzung auch ein Teil des wichtigsten Radeweges in Sachsen wieder attraktiver für Radfahrer und Fußgänger“, so Staatssekretär Stefan Brangs bei der Übergabe des Fördermittelbescheides.
Im Rahmen der Baumaßnahme sollen die wesentlichsten Schäden am Bauwerk behoben werden. Des Weiteren sind Maßnahmen zur Verbesserung der Entwässerung und des Korrosionsschutzes vorgesehen.
Der Freistaat fördert die Baumaßnahme mit einer Zuwendung in Höhe von 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Ausreichung der Fördermittel erfolgt auf Grundlage der Richtlinie des SMWA für die Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger.
Der Freistaat Sachsen stellt für die Verbesserung des kommunalen Straßennetzes jährlich Fördermittel zur Verfügung. Damit werden Neu- und Ausbaumaßnahmen sowie Instandsetzungs- und Erneuerungsmaßnahmen an kommunalen Straßen und Brücken unterstützt. Die Mittel werden auf Grundlage der Richtlinie des SMWA für die „Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger“ (RL KStB) ausgereicht. Die jährlich zur Verfügung stehenden Mittel werden je zur Hälfte in eine Instandsetzungspauschale und in Einzelmaßnahmen (z.B. Neubau und grundhafter Ausbau) aufgeteilt. Ein Anspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.
Für den kommunalen Straßen- und Brückenbau stehen 2018 insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden Fortführungsmaßnahmen und Neubeginne finanziert. Das ist die höchste Summe seit zehn Jahren, welche die Staatsregierung den Landkreisen und Kommunen bereitstellt.
Quelle
Pressesprecher Jens Jungmann
Donnerstag, 1. Februar 2018
Landesdirektion Sachsen genehmigt neuen Abschnitt des rechtsseitigen Elberadweges in Dresden-Kaditz
Pressemitteilung der Landesdirektion (Dr. Holm Felber)
Die Landesdirektion Sachsen hat den Bau des rechtsseitigen Elberadweges zwischen der Elbbrücke im Zuge der Bundesautobahn A4 und dem Dresdner Stadtteil Altkaditz genehmigt. Auf Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses kann die Landeshauptstadt Dresden als Vorhabenträgerin die Vorbereitungen für den Neubau der Trasse in Angriff nehmen.
Der Radweg beginnt unterhalb der Autobahnbrücke über die Elbe. Die Trasse verläuft ab dort entlang der Westflanke des bestehenden Elbdeiches parallel zum Fluss bis zur Kaditzer Flutrinne, die gequert wird. Knapp 120 Meter vor dem Bauende knickt der Geh- und Radweg nach Nordosten ab und schließt nach 970 Metern Gesamtneubaulänge (im Ausschnitt rot) an die Deichüberfahrt der Hochwasserschutzanlage Pieschen-Altkaditz zur Borngasse an, die dann weiter zum Ortskern Altkaditz führt.
Weiterer Bestandteil der Planung ist die etwa 280 Meter lange Anbindung des Elberadweges an den Geh- und Radweg auf der Autobahnbrücke. Der Radweg, der natürlich auch als Geh- und Wanderweg nutzbar ist, wird drei Meter breit sein. Als Belag kommt Asphalt zum Einsatz.
Das Bauvorhaben befindet sich in sensiblen Naturschutzgebieten. Zur Kompensation der mit dem Bau des Elberadweges erforderlichen Eingriffe in Natur und Landschaft sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen. Dazu gehören unter anderem die Aussaat von heimischem Wiesensaatgut auf den Anpassungsstreifen und Banketten des Radweges sowie der Rückbau des Wirtschaftsweges neben der Ausbautrasse auf einer Fläche von 812 Quadratmetern und die anschließende Wiederentwicklung der standorttypischen Frischwiese.
Der Ausgleich erfolgt aber auch an anderen Stellen auf Dresdner Flur: So wird die Kuksche unterhalb der Pillnitzer Landstraße bis zur Mündung in den Helfenberger Bach in Dresden-Niederpoyritz offengelegt und ein wilder Parkplatz an der Marienbrücke auf einer Fläche von 1.250 Quadratmetern entsiegelt. Mit dem Vorhaben wird ein attraktiver und sicherer Verkehrsraum für Radfahrer und Fußgänger geschaffen. Der Neubau verlängert die nahe dem rechten Elbufer gelegene direkte und schnelle Verbindung für Radfahrer zwischen Dresden und Meißen um einen weiteren Kilometer. Gegenwärtig müssen Radfahrer für die Strecke noch einen Umweg über Hauptverkehrsstraßen wählen, nicht für den Radverkehr geeignete provisorische Wege entlang der Elbe nutzen oder über die Autobahn auf die linke Elbseite wechseln, um dem dortigen durchgängigen Elberadweg bis Meißen zu folgen.
Der Planfeststellungsbeschluss zum neuen Elberadweg wird nach vorheriger öffentlicher Bekanntmachung zu jedermanns Einsicht in der Landeshauptstadt Dresden öffentlich ausgelegt.
Die interaktive Karte von Radrouten um Dresden mit verschiedenen Planungsständen hier:
Die Landesdirektion Sachsen hat den Bau des rechtsseitigen Elberadweges zwischen der Elbbrücke im Zuge der Bundesautobahn A4 und dem Dresdner Stadtteil Altkaditz genehmigt. Auf Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses kann die Landeshauptstadt Dresden als Vorhabenträgerin die Vorbereitungen für den Neubau der Trasse in Angriff nehmen.
Der Radweg beginnt unterhalb der Autobahnbrücke über die Elbe. Die Trasse verläuft ab dort entlang der Westflanke des bestehenden Elbdeiches parallel zum Fluss bis zur Kaditzer Flutrinne, die gequert wird. Knapp 120 Meter vor dem Bauende knickt der Geh- und Radweg nach Nordosten ab und schließt nach 970 Metern Gesamtneubaulänge (im Ausschnitt rot) an die Deichüberfahrt der Hochwasserschutzanlage Pieschen-Altkaditz zur Borngasse an, die dann weiter zum Ortskern Altkaditz führt.
Weiterer Bestandteil der Planung ist die etwa 280 Meter lange Anbindung des Elberadweges an den Geh- und Radweg auf der Autobahnbrücke. Der Radweg, der natürlich auch als Geh- und Wanderweg nutzbar ist, wird drei Meter breit sein. Als Belag kommt Asphalt zum Einsatz.
Das Bauvorhaben befindet sich in sensiblen Naturschutzgebieten. Zur Kompensation der mit dem Bau des Elberadweges erforderlichen Eingriffe in Natur und Landschaft sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen. Dazu gehören unter anderem die Aussaat von heimischem Wiesensaatgut auf den Anpassungsstreifen und Banketten des Radweges sowie der Rückbau des Wirtschaftsweges neben der Ausbautrasse auf einer Fläche von 812 Quadratmetern und die anschließende Wiederentwicklung der standorttypischen Frischwiese.
Der Ausgleich erfolgt aber auch an anderen Stellen auf Dresdner Flur: So wird die Kuksche unterhalb der Pillnitzer Landstraße bis zur Mündung in den Helfenberger Bach in Dresden-Niederpoyritz offengelegt und ein wilder Parkplatz an der Marienbrücke auf einer Fläche von 1.250 Quadratmetern entsiegelt. Mit dem Vorhaben wird ein attraktiver und sicherer Verkehrsraum für Radfahrer und Fußgänger geschaffen. Der Neubau verlängert die nahe dem rechten Elbufer gelegene direkte und schnelle Verbindung für Radfahrer zwischen Dresden und Meißen um einen weiteren Kilometer. Gegenwärtig müssen Radfahrer für die Strecke noch einen Umweg über Hauptverkehrsstraßen wählen, nicht für den Radverkehr geeignete provisorische Wege entlang der Elbe nutzen oder über die Autobahn auf die linke Elbseite wechseln, um dem dortigen durchgängigen Elberadweg bis Meißen zu folgen.
Der Planfeststellungsbeschluss zum neuen Elberadweg wird nach vorheriger öffentlicher Bekanntmachung zu jedermanns Einsicht in der Landeshauptstadt Dresden öffentlich ausgelegt.
Die interaktive Karte von Radrouten um Dresden mit verschiedenen Planungsständen hier:
Samstag, 14. Januar 2017
Dresden- Johannstadt: Elberadweg erhält Schotterdecke
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| Winterzeit ist Planungszeit - oder? |
Der parallele Weg soll etwa am Fährgarten Johannstadt beginnen und im Abstand von rund zwei Metern neben dem Asphaltweg bis kurz vors Blaue Wunder reichen, sagte Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes auf SZ-Anfrage. „Er wird drei Meter breit und bekommt eine sandgeschlämmte Schotterdecke“, so der Amtsleiter weiter. Er darf kein zweiter Asphaltweg werden, weil er durch ein Fauna-Flora-Habitat führt, ein Gebiet, in dem Pflanzen und Tiere unter besonderem Schutz stehen. Die Stadt muss außerdem Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur nachweisen. Die sollen voraussichtlich im alten Elbarm in Laubegast erledigt werden.
Die sandgeschlemmte Schotterdecke wird etwas für Moutainbiker - und die "normalen" Radfahrer? Was haben die Verantwortlichen beim Tiefbauamt für eine Ahnung vom Radverkehr? Anscheinend gar keine. Ich bin geneigt vorzuschlagen, eine sangeschlemmte Decke - ohne Schotter - für Fußgänger zur Verfügung zu stellen und das Asphaltband dem Radverkehr zu überlassen. Eine "weiche" sandgeschlemmte ist angenehm zu laufen und hält ohne spuren ziehende Räder auch länger durch. Bei allen anderen Lösungen wird es enden wie am Körnerweg schon zu sehen: ALLE werden den asphaltierten Weg nehmen, weil der auch für Kinderwagen, Rollatoren, Skateboards usw. besser ist.
Also lasst es einfach wie es ist. Schickt die Radfahrer an der Waldschlösschenbrücke auf die andere Elbseite und fertig. Ach so, die hat man ja auch vergessen, linkselbisch an den Elberadweg anzubinden.
Quelle des Zitats: http://www.sz-online.de/nachrichten/sieben-jahre-fuer-eine-zweite-spur-3585926.html
Samstag, 20. Juni 2015
In der Nähe der Gauernitzer Elbfähre wird der Radweg verlegt
Der Elberadweg zwischen Dresden und Meißen hat auf der linken Elbseite bald wieder eine Baustelle. Wie der Technische Ausschuss der Gemeinde Klipphausen beschloss, wird die unwettergeschädigte Brücke an der Einmündung der Wilden Sau in die Elbe, unmittelbar vor dem Elbschlösschen, durch ein Bauwerk ca. 200 Meter landeinwärts ersetzt. Der Elberadweg verläuft dann nicht mehr vor, sondern hinter dem Elbschlösschen und mündet entsprechend weiter landeinwärts in den Fährzubringer. Die Kosten sollen etwa 500 T€ betragen.
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Montag, 9. März 2015
Elberadweg zwischen Puschkinplatz und City Beach verschwindet - oder auch nicht.
Regine Töberich, Chefin der Grundstückseigentümerin Dresden Bau des besagten Abschnittes hat, einschlägigen Pressemitteilungen zufolge, den kostenfreien Nutzungsvertrag zum 31. März gekündigt und will den Weg wegbaggern. Grund ist der Frust wegen der Haltung der Stadt zu ihrem Projekt Marina Garden.
Sie wollte auf dem Gelände (dringend benötigte) 240 Wohneinheiten bauen, darf das aber nun nur noch in sehr abgespeckter Form. Erst kürzlich hatte Dresden Bau ihr Recht mit der Zwangsräumung der Leipziger Straße 33a durchgesetzt.
Ob das in diesem Fall auch gelingt, bleibt fraglich, denn im Gegensatz zu den Hausbesetzern hat die Stadt einen rechtskräftigen Vertrag und es darf bezweifelt werden, dass der so schlecht ist, dass eine kurzfristige Kündigung möglich ist. Die Bagger anrollen zu lassen um einen gestatteten Weg zu beseitigen dürfte den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllen. Ich gehe erst einmal davon aus, dass ich auch noch am 1. April auf diesem Weg lang fahre, halte Euch aber auf dem Laufenden.
Quelle: SäZ
Sie wollte auf dem Gelände (dringend benötigte) 240 Wohneinheiten bauen, darf das aber nun nur noch in sehr abgespeckter Form. Erst kürzlich hatte Dresden Bau ihr Recht mit der Zwangsräumung der Leipziger Straße 33a durchgesetzt.
Ob das in diesem Fall auch gelingt, bleibt fraglich, denn im Gegensatz zu den Hausbesetzern hat die Stadt einen rechtskräftigen Vertrag und es darf bezweifelt werden, dass der so schlecht ist, dass eine kurzfristige Kündigung möglich ist. Die Bagger anrollen zu lassen um einen gestatteten Weg zu beseitigen dürfte den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllen. Ich gehe erst einmal davon aus, dass ich auch noch am 1. April auf diesem Weg lang fahre, halte Euch aber auf dem Laufenden.
Quelle: SäZ
Sonntag, 31. August 2014
DAS HOLPERPFLASTER AUF DEM ELBERADWEG BLEIBT.
Die Sächsische Zeitung titelt: "DAS HOLPERPFLASTER AUF DEM ELBERADWEG VERSCHWINDET"
Hier ist wieder der Sender Jewewan: stimmt es, dass auf dem Elberadweg das Holperpflaster verschwindet? Im Prinzip ja, aber es handelt sich nicht um den ganzen Elberadweg, sondern nur um sein schlechtestes Stück, den Körnerweg, es geht auch nicht um Holperpflaster, sondern um gefährliches glattes Sandsteinpflaster. Es verschwindet auch nicht, sondern wird anstelle von noch gefährlicherem eingebaut, und auch nur auf 75 von 800 Metern. Der Denkmalschutz stellt unerfüllbare Forderungen und verhindert auf viele weitere Jahre eine für Dresden verkehrsstrategisch wichtige Radverbindung. Bei 2 Millionen sind wir nun schon und der Schutz einer denkmalgeschützten Stützmauer wird weitere Millionen kosten, es sei denn: DAS HOLPERPFLASTER AUF DEM ELBERADWEG BLEIBT.
An diesem berühmten technischen Denkmal vorbei führt der Körnerweg - als Radweg eine Zumutung und das wahrscheinlich schlimmste Stück auf dem gesamten Elberadweg zwischen Prag und Hamburg. Foto: Steffen Müller.
Hier ist wieder der Sender Jewewan: stimmt es, dass auf dem Elberadweg das Holperpflaster verschwindet? Im Prinzip ja, aber es handelt sich nicht um den ganzen Elberadweg, sondern nur um sein schlechtestes Stück, den Körnerweg, es geht auch nicht um Holperpflaster, sondern um gefährliches glattes Sandsteinpflaster. Es verschwindet auch nicht, sondern wird anstelle von noch gefährlicherem eingebaut, und auch nur auf 75 von 800 Metern. Der Denkmalschutz stellt unerfüllbare Forderungen und verhindert auf viele weitere Jahre eine für Dresden verkehrsstrategisch wichtige Radverbindung. Bei 2 Millionen sind wir nun schon und der Schutz einer denkmalgeschützten Stützmauer wird weitere Millionen kosten, es sei denn: DAS HOLPERPFLASTER AUF DEM ELBERADWEG BLEIBT.
An diesem berühmten technischen Denkmal vorbei führt der Körnerweg - als Radweg eine Zumutung und das wahrscheinlich schlimmste Stück auf dem gesamten Elberadweg zwischen Prag und Hamburg. Foto: Steffen Müller.
Dienstag, 25. März 2014
Kommunalwahlen: Wenn ich drei Wünsche offen hätte...
Am 25. Mai sind Kreistags-, Landrats- und Bürgermeisterwahlen. Natürlich sind Wahlen keine Wünsch-dir-was-Veranstaltung. Aber trotzdem wäre zu wünschen, wenn man in unseren Städten, Dörfern und dazwischen
erstens von einer reagierenden zu einer agierenden Radverkehrsplanung übergehen würde. Radverkehrskonzepte taugen aus meiner Sicht nur dann etwas, wenn sie von der bisherigen Herangehensweise „Beseitigung radverkehrsbedingter Gefahren“ wegkommen zu einer strategischen Planung, die in der für Radfahrer bestmöglichen, hindernisarmen Verbindung von Quell- und Zielgebieten liegt. Mit Quellgebieten meine ich die Wohnorte der -potentiellen – Radfahrer, mit Zielgebiet die Arbeits- und Lernorte, die kommunalen Zentren und die Erholungsgebiete.
Zweitens wünsche ich mir die flächendeckende Infragestellung des Verkehrszeichens 240 (Gemeinsamer Rad- und Fußweg). Wo immer Verkehrsapartheid – also die Trennung eines Verkehrsmittels von den übrigen – geboten erscheint, sollte es ersetzt werden durch das Verkehrszeichen 239 (Fußweg) mit dem Zusatzschild 1022-10 (Radfahrer frei). Der mündige Radfahrer kann selber entscheiden, welcher Weg jeweils der sichere ist und auf welchem Weg er dem §1 der StVO am ehesten gerecht werden kann. Das kann von Person zu Person und von Situation zu Situation ganz verschieden sein. Dazu braucht es übrigens keiner Gesetzesänderung, eine verkehrspolitisch kluge Kommune kann das selber entscheiden.
Drittens wünsche ich mir kein Pflaster auf Wegen. Es sieht zwar schön aus, ist aber nicht preisgünstiger als andere Straßenbeläge, schlechter zu fahren und schlechter zu unterhalten. Am schlimmsten finde ich historisierende grobsteinige Bepflasterung. Sie sorgt für höheren Verkehrslärm und ist nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Fußgänger, besonders für Ältere und auf Hilfsmittel angewiesene (Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen) eine Qual. Klar, man sollte bei der Verkehrswegeplanung nicht gedankenlos über Denkmale hinwegplanen. Werte zu erhalten ist wichtig. Aber die Einbringung von Straßenpflaster, nur damit ein Weg alt aussieht, hat eher was mit Disney zu tun als mit Denkmalschutz. Selbst wo Katzenköpfe wirklich historisch verbürgt sind (Augustusbrücke, Körnerweg), sollte man mal den Blick von der schützenswerten Einzelheit heben, das Ganze sehen und sich fragen, ob es nicht besser ist für die Erhaltung unserer Werte, einschließlich der Denkmale, wenn mehr Mitbürger sich entscheiden, mit dem Rad statt mit dem Auto zu fahren und wir dafür bessere Bedingungen schaffen.
erstens von einer reagierenden zu einer agierenden Radverkehrsplanung übergehen würde. Radverkehrskonzepte taugen aus meiner Sicht nur dann etwas, wenn sie von der bisherigen Herangehensweise „Beseitigung radverkehrsbedingter Gefahren“ wegkommen zu einer strategischen Planung, die in der für Radfahrer bestmöglichen, hindernisarmen Verbindung von Quell- und Zielgebieten liegt. Mit Quellgebieten meine ich die Wohnorte der -potentiellen – Radfahrer, mit Zielgebiet die Arbeits- und Lernorte, die kommunalen Zentren und die Erholungsgebiete.
Zweitens wünsche ich mir die flächendeckende Infragestellung des Verkehrszeichens 240 (Gemeinsamer Rad- und Fußweg). Wo immer Verkehrsapartheid – also die Trennung eines Verkehrsmittels von den übrigen – geboten erscheint, sollte es ersetzt werden durch das Verkehrszeichen 239 (Fußweg) mit dem Zusatzschild 1022-10 (Radfahrer frei). Der mündige Radfahrer kann selber entscheiden, welcher Weg jeweils der sichere ist und auf welchem Weg er dem §1 der StVO am ehesten gerecht werden kann. Das kann von Person zu Person und von Situation zu Situation ganz verschieden sein. Dazu braucht es übrigens keiner Gesetzesänderung, eine verkehrspolitisch kluge Kommune kann das selber entscheiden.
Drittens wünsche ich mir kein Pflaster auf Wegen. Es sieht zwar schön aus, ist aber nicht preisgünstiger als andere Straßenbeläge, schlechter zu fahren und schlechter zu unterhalten. Am schlimmsten finde ich historisierende grobsteinige Bepflasterung. Sie sorgt für höheren Verkehrslärm und ist nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Fußgänger, besonders für Ältere und auf Hilfsmittel angewiesene (Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen) eine Qual. Klar, man sollte bei der Verkehrswegeplanung nicht gedankenlos über Denkmale hinwegplanen. Werte zu erhalten ist wichtig. Aber die Einbringung von Straßenpflaster, nur damit ein Weg alt aussieht, hat eher was mit Disney zu tun als mit Denkmalschutz. Selbst wo Katzenköpfe wirklich historisch verbürgt sind (Augustusbrücke, Körnerweg), sollte man mal den Blick von der schützenswerten Einzelheit heben, das Ganze sehen und sich fragen, ob es nicht besser ist für die Erhaltung unserer Werte, einschließlich der Denkmale, wenn mehr Mitbürger sich entscheiden, mit dem Rad statt mit dem Auto zu fahren und wir dafür bessere Bedingungen schaffen.
Samstag, 26. Oktober 2013
Überraschende Feststellung: Fast nur Radler auf der Waldschlösschenbrücke
Während nach Veröffentlichung neuer Verkehrszahlen an der Waldschlösschenbrücke anscheinend Hähme um sich greift - ein kräftiges "Das haben wir immer gewusst" der elitären Brückengegner-Minderheit - überraschen mich gar nicht zwei andere Erkenntnisse, die SZ heute veröffentlicht, aber in ihrer Online-Ausgabe unterschlagen (vergessen?) hat:
- Gegenstand dieses "Wettbewerbs" war: Über welche Brücke kommt man am schnellsten von der Alt- in die Neustadt und zurück. Den hat die Waldschlösschenbrücke gewonnen, obwohl der "Tester" peinlicherweise die Linksabbiegespur in die Radeberger übersehen und eine unnötige 5-Minuten-Schleife "in Richtung Bühlau" eingebaut hat. Er hätte ansonsten nicht mit einer sondern vermutlich mit 6 Minuten Vorsprung gewonnen.
- Aber viel spannender finde ich die beiläufige Bemerkung des "siegreichen" Auto(r)s: "Auf der Brücke sind fast nur Radfahrer zu sehen".
Letzteres leuchtet ein, wenn man sich mit den Bedingungen für den Radverkehr zwischen blauem Wunder und der Albertbrücke näher befasst (siehe frühere Beiträge in diesem Blog). Statt der übelsten Rumpelei über den Körnerweg fährt man eben jetzt am Blauen Wunder auf die linke Elbseite und über die Waldschlösschenbrücke zurück. Das ist außerdem noch viel attraktiver als über das sturzgefährliche Provisorium neben der Albertbrücke zu turnen.
Dienstag, 3. September 2013
Dresdner überrascht von Waldschlösschenbrücke
Was bisher weniger auffällt, ist die Einbindung des Dresdner Radverkehrs und seiner Hauptschlagader, des Elberadweges. Hier nörgelt anscheinend nur eine Randgruppe.
Die ersten Unfälle werden aber nicht auf sich warten lassen. Wenn der gesamte Dresdner Radverkehr nach Schulnoten in Richtung 5 tendiert, ist es an der Waldschlösschenbrücke wenigstens eine 4, was einen aber nicht glücklich machen muss, weil ja alles neu ist und kein Provisorium sein sollte. Spektakuläre Einzellösungen wechseln sich mit fahrlässigen Mängeln munter ab. Details findet ihr in meinem Bildbericht auf Komoot - am jeweiligen Bild beschrieben.
Sonntag, 11. August 2013
Ende August soll linkselbischer Radweg fertig sein
Wie die Sächsische Zeitung mitteilt, soll der linkselbische Radweg noch in diesem Monat fertig sein. Von der neuen Elbbrücke, die Niederwartha mit Radebeul verbindet, bis Wildberg sind es zwar nur 400 Meter, aber mit diesen hatten sich Anwohner und Behörden besonders schwer getan und deshalb für ein großes Gefahrenpotential auf der B6 gesorgt. In Besonders die aus Richtung Meißen in Richtung Dresden fahrenden Radler waren betroffen, weil sie zwei Mal die Bundesstraße kreuzen mussten. Insbesondere im unmittelbaren Brückenbereich war das besonders gefährlich.
Streitigkeiten mit Anliegern und ein betroffenes FFH-Gebiet machten ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, so dass dieser kurze Abschnitt erst jetzt realisiert werden konnte.
Streitigkeiten mit Anliegern und ein betroffenes FFH-Gebiet machten ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, so dass dieser kurze Abschnitt erst jetzt realisiert werden konnte.
Sonntag, 30. Juni 2013
Elberadweg-Ausbau geht weiter, aber...
Gute und nicht ganz so gute Nachrichten kommen aus der Stadtverwaltung.
Vom 1. Juli bis zum 23. August soll in Niederwartha der linkselbische Lückenschluss auf dem Elberadweg erfolgen. Länge: 0,4 km, Asphalt, Kosten: 150.000 €. Damit ist der Elberadweg dann auf der linken Seite durchgängig passabel befahrbar.
Dennoch gehen hier Ausbaumaßnahmen weiter. Unterhalb der Carolabrücke sollen 180 00 Euro für einen 5 Meter breiten Ausbau ausgegeben werden.
Anders sieht es weiterhin auf der rechten Elbseite aus. Auch hier soll noch in diesem Jahr ein Baubeginn sein - und zwar vom Körnergarten bis zum Körnerweg. Für 190 000 Euro soll hier ein wichtiges Wegstück geschaffen werden um den verkehrskritischen Abschnitt über den Körnerplatz "aus dem Rennen" zu nehmen. Allerdings wird die Investition kaum zu mehr Radfahrern auf diesem Abschnitt führen und durch die neue Verkehrsführung wird sogar bei den ortsunkundigen Elbradweg-Touristen der Frust noch größer, denn an den aus Großpflaster bestehenden Wegabschnitt an der Saloppe traut sich die Stadt nach wie vor nicht heran.(siehe auch "Körnerweg im Zusammenhang sehen")
Zwischen Pillnitz und Waldschlösschenbrücke bleibts ein Elend.
Elberadweg Dresden auf einer größeren Karte anzeigen
Vom 1. Juli bis zum 23. August soll in Niederwartha der linkselbische Lückenschluss auf dem Elberadweg erfolgen. Länge: 0,4 km, Asphalt, Kosten: 150.000 €. Damit ist der Elberadweg dann auf der linken Seite durchgängig passabel befahrbar.
Dennoch gehen hier Ausbaumaßnahmen weiter. Unterhalb der Carolabrücke sollen 180 00 Euro für einen 5 Meter breiten Ausbau ausgegeben werden.
Anders sieht es weiterhin auf der rechten Elbseite aus. Auch hier soll noch in diesem Jahr ein Baubeginn sein - und zwar vom Körnergarten bis zum Körnerweg. Für 190 000 Euro soll hier ein wichtiges Wegstück geschaffen werden um den verkehrskritischen Abschnitt über den Körnerplatz "aus dem Rennen" zu nehmen. Allerdings wird die Investition kaum zu mehr Radfahrern auf diesem Abschnitt führen und durch die neue Verkehrsführung wird sogar bei den ortsunkundigen Elbradweg-Touristen der Frust noch größer, denn an den aus Großpflaster bestehenden Wegabschnitt an der Saloppe traut sich die Stadt nach wie vor nicht heran.(siehe auch "Körnerweg im Zusammenhang sehen")
Zwischen Pillnitz und Waldschlösschenbrücke bleibts ein Elend.
Elberadweg Dresden auf einer größeren Karte anzeigen
Samstag, 22. Juni 2013
Elberadweg zwischen Mühlberg und Dresden nach der Juniflut 2013
Die Sächsische Zeitung hat sich des Themas angenommen und so können wir Euch hier den Stand zur Sommersonnenwende (21. Juni) mitteilen:
Das Meiste ist (mit Einschränkungen) befahrbar.
Zwischen Meißen und Radebeul ist die Strecke oft unterbrochen. Doch es gibt Schleichwege. „Die ersten Fernfahrer sind schon wieder unterwegs“, sagt Kreisradwegewart Hans-Jochen Gramann. In den vergangenen Tagen ist er den Radweg sowohl rechts- als auch linkselbisch vom Nordrand Dresdens bis zur Landesgrenze mit Brandenburg abgefahren. Sein Fazit: Die Schäden halten sich Grenzen. Momentan stören vor allem Schönheitsfehler wie Sträucher voller Plastiktüten oder Brückengeländer, in denen sich Flutabfall verfangen hat. Dazu kommen etliche Stellen, an denen die Strecke nach wie vor von bräunlichen Lachen überdeckt ist oder verschlammte Teile. Nicht zu vergessen der Gestank, welcher über weiten Teilen der Landschaft hängt.
Am schlimmsten in Promnitz bei Riesa
Am schlimmsten hat die Elbe nach Gramanns Angaben im Zeithainer Ortsteil Promnitz gewütet. Ähnlich wie bereits 2002 wurde hier der Elberadweg auf einer Länge von etwa 200 Meter hinweggerissen. Dazu kommen unterspülte Bereiche an der Fähre in Promnitz. Gramann geht davon aus, dass es Monate dauern wird, bis dieser Abschnitt erneuert ist.Quelle: SZ-Online
Der Radwegewart hat sich in den vergangenen Tagen vor allem um die zahlreichen Schilder gekümmert. Ein Teil der Pfosten sei von der Elbe aus ihrem Fundament geholt und abgespült worden. Die Bauhöfe der Gemeinden würden jetzt daran arbeiten, diese Verluste zu ersetzen. Die Schilder selbst hat Gramann in mühevoller Kleinarbeit geborgen, abgespritzt und in seiner Garage gelagert. Sie sollen so schnell wie möglich wieder den Touristen die Wege nach Meißen, Radebeul und Riesa weisen. „Es muss vorwärts gehen“, sagt Gramann und prägt damit ein Credo für die Städte und Dörfer entlang des Weges. Eine erste Bestandsaufnahme der Schäden liegt aus dem Rathaus Coswig vor. Nach Angaben einer Sprecherin kommen hier insgesamt 78.000 Euro zusammen. Sie teilen sich auf kaputte Bänke und Grillplätze, unterspülten Asphalt und die Reinigungskosten auf. Mit Radladern werden angeschwemmter Müll und Elbeschlamm auf Container verladen. Die mit Pflanzenresten verklebten Bäume und Sträucher lassen sich wahrscheinlich nur in mühevoller Handarbeit säubern. Coswig hat dazu unter anderem knapp 30 Empfänger von Arbeitslosengeld II im Einsatz, die diese Arbeit zusätzlich vergütet erhalten. Dazu stoßen die Mitarbeiter des Baubetriebshofes. Wichtig ist ein einladender Elberadweg vor allem für die Wirte und Hoteliers links und rechts der Strecke. Sie mussten in den vergangenen Wochen zahlreiche Absagen hinnehmen und hoffen, spätestens in den Sommerferien wieder Gäste begrüßen zu können. In guten Jahren kommen über den Radweg 4 Millionen Touristen nach Sachsen und lassen im Schnitt 55 € pro Person und Tag in der Region.
Elberadweg Hochwasser-Ausweichrouten auf einer größeren Karte anzeigen
Mittwoch, 29. Mai 2013
Weitere Lückenschlüsse versprochen - aber leider nicht bei uns
Sachsens Verkehrsstaatssekretär Roland Werner und der Staatssekretär im Umweltministerium, Dr. Fritz Jaeckel, informierten sich am 29. Mai 2013 bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin über mögliche Lückenschlüsse beim Elberadweg. Gemeinsam fuhren sie mit dem Fahrrad von Bad Schandau bis zum derzeitigen rechtsseitigen Ende des Elberadwegs in Halbestadt; anschließend ging es zu Fuß weiter bis zur Fährstation Rathen.
„Der Elberadweg ist der wichtigste Radweg in Sachsen“, so Staatssekretär Werner. „Deshalb freue ich mich, dass die linkselbische Lücke zwischen dem Königsteiner Freizeitpark und dem Bahnhof in Bad Schandau zügig geschlossen werden kann: Nach dem gerade ergangenen Planfeststellungsbeschluss konnten wir jetzt das Vorhaben kurzfristig ins laufende Bauprogramm einordnen. Die Mittel in Höhe von 912.000 Euro für den Bau des Radwegabschnittes stehen bereit, noch in diesem Jahr können die Arbeiten beginnen. Der Radtourismus hat ein enormes Wachstumspotenzial. Nun wollen wir sehen, wo weitere Lückenschlüsse möglich sind.“
„Die einzigartige Felsenwelt des Elbsandsteingebirges mit ihrer reichen Flora und Fauna zu schützen und zu erhalten, ist eine wichtige Aufgabe“, unterstrich auch Staatssekretär Dr. Jaeckel. „Gleichzeitig gilt es aber auch, diese wundervolle Landschaft den Menschen zur Erholung und für Erlebnisse in der Natur zugänglich zu machen. Dafür unterhält die Nationalparkverwaltung nicht nur mit hohem Aufwand rund 400 Kilometer perfekt ausgeschilderte Wanderwege. Sie setzt sich als treibende Kraft auch für sanfte Mobilität ein. So sind schon seit 1997 abseits öffentlicher Straßen Wanderwege als Radrouten ausgeschildert. Das Radroutennetz umfasst 50 Kilometer“.
Dazu meine ich:
Die Lückenschlüsse lassen jedes Radlerherz höher schlagen. Auch die Feststellung des Staatssekretärs "Der Elberadweg ist der wichtigste Radweg in Sachsen“ lässt einen freudig aufhorchen. Um solche zu finden hätte man allerdings nicht erst 50 km von zu Hause eine Erkundungstour machen müssen sondern nur 5 km vom Carolaplatz mit einer tollen Energiebilanz bis zum Körnerweg fahren müssen, um die größte Katastrophe des gesamten Elberadweges ERFAHREN zu können.
Der Katastrophenabschnitt schadet nicht nur dem Image Sachsens und Dresdens gegenüber Touristen, sondern er beraubt den Alltagsverkehr in der Stadt einer gegenüber dem Auto vorteilhaften Strecke. Über die Bautzner Straße braucht man schon eine gewisse Fitness und die Schillerstraße hinunter ist nur was für ganz Mutige. Auch das Fahren auf der rutschigen Behelfs-Albertbrücke ist keine Erbauung, zumal man, um so zum Körnerplatz zu gelangen, mehrmals linksabbiegend den Hauptverkehr kreuzt. Das tun sich viele Dresdner nicht an und fahren eben nur deshalb mit dem Auto...
„Die einzigartige Felsenwelt des Elbsandsteingebirges mit ihrer reichen Flora und Fauna zu schützen und zu erhalten, ist eine wichtige Aufgabe“, unterstrich auch Staatssekretär Dr. Jaeckel. „Gleichzeitig gilt es aber auch, diese wundervolle Landschaft den Menschen zur Erholung und für Erlebnisse in der Natur zugänglich zu machen. Dafür unterhält die Nationalparkverwaltung nicht nur mit hohem Aufwand rund 400 Kilometer perfekt ausgeschilderte Wanderwege. Sie setzt sich als treibende Kraft auch für sanfte Mobilität ein. So sind schon seit 1997 abseits öffentlicher Straßen Wanderwege als Radrouten ausgeschildert. Das Radroutennetz umfasst 50 Kilometer“.
Dazu meine ich:
Die Lückenschlüsse lassen jedes Radlerherz höher schlagen. Auch die Feststellung des Staatssekretärs "Der Elberadweg ist der wichtigste Radweg in Sachsen“ lässt einen freudig aufhorchen. Um solche zu finden hätte man allerdings nicht erst 50 km von zu Hause eine Erkundungstour machen müssen sondern nur 5 km vom Carolaplatz mit einer tollen Energiebilanz bis zum Körnerweg fahren müssen, um die größte Katastrophe des gesamten Elberadweges ERFAHREN zu können.
Der Katastrophenabschnitt schadet nicht nur dem Image Sachsens und Dresdens gegenüber Touristen, sondern er beraubt den Alltagsverkehr in der Stadt einer gegenüber dem Auto vorteilhaften Strecke. Über die Bautzner Straße braucht man schon eine gewisse Fitness und die Schillerstraße hinunter ist nur was für ganz Mutige. Auch das Fahren auf der rutschigen Behelfs-Albertbrücke ist keine Erbauung, zumal man, um so zum Körnerplatz zu gelangen, mehrmals linksabbiegend den Hauptverkehr kreuzt. Das tun sich viele Dresdner nicht an und fahren eben nur deshalb mit dem Auto...
Dienstag, 30. Oktober 2012
Körnerweg: Kurzsichtige Denkmalschutz-Argumente
Bereits seit dem Jahr 2000(!) blockiert die Bürgerinitiative Körnerweg eine vernünftige Radweg-Lösung auf eben jenem Körnerweg. Die Argumente sind für sich genommen einleuchtend, im Zusammenhang betrachtet schaden sie aber sowohl der Natur als auch dem Denkmalschutz.
Ich habe mir erlaubt, hier die Quelle ausschnittweise zu zitieren und dagegen zu argumentieren.
Betrachtet man nämlich den Körnerweg als potentiellen Radweg in seinem Gesamtzusammenhang, nämlich in seiner außerordentlichen Bedeutung für den Radverkehr insgesamt, so muss man zu anderen Schlüssen kommen.
Die Dresdner Elbtalweitung hat im Bereich Könerplatz eine geologische Engstelle, die durch den westlichsten Ausläufer des Lausitzer Granitmassivs gebildet wird. Dies hat zur Folge, dass rechtselbisch auf Flussniveau nur ein sehr schmaler Durchlass ist. Autos können die Höhenunterschiede problemlos überwinden. Für Radfahrer stellten diese aber eine Barriere dar, sofern sie nicht den Körnerweg nutzen können.
Die Alternative ist der Umweg über die (enge und steile) Schillerstraße oder über das Blaue Wunder und zurück über die Albertbrücke oder künftig über die Waldschlösschenbrücke. Ohne Körnerweg entsteht mehr (unnötiger) Radverkehr auf dem Blauen Wunder und in der Folge im Bereich Schillerplatz / Goethestraße und gleichzeitig verhindert man so mehr Radverkehr insgesamt, weil ganze Stadtteile von einer bequemen Rad-Verbindung von und nach der Innenstadt abgeschnitten werden.
Das Fahrrad im Allgemeinen ist gut für die Gesundheit (entlastet Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzte...) und die Umwelt (beste Energiebilanz aller Verkehrsmittel) und es ist das Verkehrsmittel, das am wenigsten verbraucht von knappen und teuren Ressourcen wie
Der zweite Satz ist schon der Widerspruch zum ersten, denn es geht um die Erhaltung des Originalzustandes, nicht um die Subvention von Alterung und Abnutzung.
Dennoch wird niemand ernsthaft widersprechen, wenn gefordert wird, dass Eingriffe so behutsam wie möglich sein sollten.
Quelle (Wortlaut der Stellungnahme)
Ich habe mir erlaubt, hier die Quelle ausschnittweise zu zitieren und dagegen zu argumentieren.
Die Denkmalwürdigkeit des Körnerweges besteht in seiner historisch gewachsenen Ausformung und wird nicht zuletzt durch die besondere Eigenart des sächsischen Sandsteins bestimmt, der sich in den großformatigen Quadern der Böschungen, des Wegbelages, der Stützmauern, der Weinbergsmauern und in der Architektur der Gebäude wiederfindet. Zum Denkmalwert dieser Kulturlandschaft gehört eben dieses überlieferte homogene Erscheinungsbild einschließlich seiner Nutzungs- und Alterungsspuren.Für sich betrachtet ist die Argumentation durchaus überzeugend. Der Fokus ist aber nur auf das einzelne denkmalwürdige Objekt gerichtet, nicht aber auf die Schutzwürdigkeit des Elbtales, des natürlichen und kulturellen Erbes insgesamt ausgerichtet.
Betrachtet man nämlich den Körnerweg als potentiellen Radweg in seinem Gesamtzusammenhang, nämlich in seiner außerordentlichen Bedeutung für den Radverkehr insgesamt, so muss man zu anderen Schlüssen kommen.
Die Dresdner Elbtalweitung hat im Bereich Könerplatz eine geologische Engstelle, die durch den westlichsten Ausläufer des Lausitzer Granitmassivs gebildet wird. Dies hat zur Folge, dass rechtselbisch auf Flussniveau nur ein sehr schmaler Durchlass ist. Autos können die Höhenunterschiede problemlos überwinden. Für Radfahrer stellten diese aber eine Barriere dar, sofern sie nicht den Körnerweg nutzen können.
Die Alternative ist der Umweg über die (enge und steile) Schillerstraße oder über das Blaue Wunder und zurück über die Albertbrücke oder künftig über die Waldschlösschenbrücke. Ohne Körnerweg entsteht mehr (unnötiger) Radverkehr auf dem Blauen Wunder und in der Folge im Bereich Schillerplatz / Goethestraße und gleichzeitig verhindert man so mehr Radverkehr insgesamt, weil ganze Stadtteile von einer bequemen Rad-Verbindung von und nach der Innenstadt abgeschnitten werden.
Das Fahrrad im Allgemeinen ist gut für die Gesundheit (entlastet Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzte...) und die Umwelt (beste Energiebilanz aller Verkehrsmittel) und es ist das Verkehrsmittel, das am wenigsten verbraucht von knappen und teuren Ressourcen wie
- Brennstoffe
- Parkplätze
- Verkehrsraum
Denkmalschutz kontra Denkmalschutz
Mehr Radverkehr bedeutet weniger Autoverkehr. Weniger Autoverkehr bedeutet weniger Abgase. Weniger Abgase bedeuten mehr Schutz für unsere Baudenkmale. "Dem Erhalt schützenswerter Bausubstanz kommt immer mehr Bedeutung zu. Durch umweltschädigende Abgase und durch chemische Prozesse in den Baustoffen werden Bauwerke und Fassaden geschädigt. Prächtige Bauten, die Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende überdauert haben und Eindrücke über Fertigkeiten, Leben und Tüchtigkeit der Erbauer erkennen lassen, werden innerhalb weniger Jahre zerstört." schreibt der Fachverband Fassadensanierung. Mehr Bürger vom Auto aufs Rad zu bringen ist also geradezu eine Mission zugunsten des Denkmalschutzes. Gerade der Sandstein leidet besonders stark unter der Abgasbelastung in der Stadt. Ein behutsamer Eingriff am Körnerweg ist also zum Vorteil des Denkmalschutzes als Ganzes.Zum Denkmalwert dieser Kulturlandschaft gehört eben dieses überlieferte homogene Erscheinungsbild einschließlich seiner Nutzungs- und Alterungsspuren. Weil der Denkmalwert an die Erhaltung des Originalzustandes zwingend gebunden ist, sind lediglich sehr behutsame Eingriffe statthaft.... heißt es bei der BI weiter. Ein "homogenes Erscheinungsbild" einschließlich "Nutzungs- und Alterungsspuren" ist eine Platitüde. Durch Abnutzung von Straßen (Schlaglöcher, Pfützen, verrutschte Steine) geht das ursprünglich homogene Erscheinungsbild verloren und wird inhomogen.
Der zweite Satz ist schon der Widerspruch zum ersten, denn es geht um die Erhaltung des Originalzustandes, nicht um die Subvention von Alterung und Abnutzung.
Dennoch wird niemand ernsthaft widersprechen, wenn gefordert wird, dass Eingriffe so behutsam wie möglich sein sollten.
Die geplante Asphaltierung zerstört den Denkmalwert des Körnerweges, und zwar unwiederbringlich.Hinzu kommt, dass die technische Ausführung der alten Pflasterung den jährlichen Überschwemmungen der Elbe standgehalten und sich über Jahrhunderte bewährt hat. Dieser Aspekt ist von wesentlicher Bedeutung, da sich nahezu der gesamte Körnerweg im Überschwemmungsgebiet der Elbe befindet (siehe Verordnung der Landeshauptstadt Dresden zur Festsetzung des Überschwemmungsgebietes der Elbe in Dresden vom 11. Mai 2000).Das Jahrhunderthochwasser hat diese Argumentation inzwischen entkräftet. Im Gegenteil. Die asphaltierten Wege sind besser durch das Hochwasser gekommen als alle anderen Bauarten.
Die Ufermauern, der Weg und die Stützmauern bilden eine statisch funktionierende und kraftschlüssige Einheit. Die Zerstörung eines Teils, hier der Wegpflasterung, wird einen katastrophalen Einfluss auf die anderen Teile haben.Im Gegensatz zu einer Asphaltierung kann der gepflasterte Sandsteinweg auch Querkräfte von Mauer und Ufer aufnehmen und ist erheblich flexibler in Bezug auf Frostphasen nach Überschwemmungsperioden. (Ähnliche Fehler machte man in Teilbereichen des Rheins, in deren Folge betonierte und asphaltierte Wege schon durch wenige Hochwasser an den Rändern unterspült und rasch zerstört wurden.)Da die flache und schmale Gründung aller Stützmauern die in diesem Umfang geplanten Baumaßnahmen nicht zulassen, ist zu befürchten, dass Uferstützmauern sowie Uferbefestigungen in Mitleidenschaft gezogen werden.Stimmt nur, wenn man die Befestigung beseitigt. Durch fachgerechte Überbauung entstehen die beschriebenen Schäden nicht.
Weiterhin ist zu bemerken, dass es bisher ein konfliktfreies Nebeneinander von Wanderern, Radfahrern, spielenden Kindern, Anwohnern, Reitern und Pferdefuhrwerken gibt. Selbstredend ordnen sich die Anlieger mit ihren Autos diesem funktionstüchtigen Gefüge unter und fahren Schrittgeschwindigkeit. Gegenseitige Rücksichtnahme funktioniert zum gegenseitigen Vorteil. Hier wird eine Lebens- und Wohnqualität, wie sie heute bei Stadtrekonstruktionen und Neuplanungen mit hohem planerischen und finanziellen Aufwand angestrebt, aber kaum erreicht wird, für alle Verkehrsteilnehmer gewahrt. Mit dem Ausbau des historischen Weges primär für Radfahrer ginge das bisherige Gleichgewicht verloren.
Gegensatz von Radfahrern und Fußgängern? Zwischen Anwohnern und Nichtanwohnern!
Es wird ganz sicher hier kein reiner Radweg möglich sein und auch nirgendwo gefordert. Der "Ausbau primär für Radfahrer" meint wohl die Beseitigung der Mängel an der Befahrbarkeit. Der weg ist aber auch nicht "begehbar" und für Fußgänger, insbesondere ältere Menschen, schlicht eine Zumutung. Wenn die Fußgänger die Wahl zwischen Asphalt und Kopfsteinpflaster haben, nutzen sie den Asphalt, wie am Körnerweg weiter unten selbst zu sehen ist - siehe dazu Frank Nagel - Ausbauvarianten Körnerweg - Abbildungen unter Punkt 6. Der Gegensatz ist nicht Radfahrer - Fußgänger sondern Nichtanwohner - Anwohner. Ja. Letztere verlieren vielleicht etwas an Wohnqualität, wenn mehr Leben auf dem Körnerweg ist. Wenn das Interesse am Denkmalschutz bei den Anwohnern aber nicht nur vorgeschützt sondern ehrlich ist, werden sie im Interesse der ganzen Stadt den Nachteil in Kauf nehmen.Anzumerken seien zusätzlich die im Wegbereich befindlichen Grundstückseingänge, die mit den oben genannten Fakten ein erhebliches Gefahrenpotential für alle Verkehrsteilnehmer beinhalten.Der Ausbau könnte so erfolgen, dass an der Stützmauerseite ein Streifen mit Pflaster sichtbar bleibt, was auch dem Denkmal zugute käme. Dies wäre zugleich ein Schutzstreifen für sicheres Heraustreten.
Zusätzlich gilt es darauf hinzuweisen, dass moderne Räder auf Asphalt rasante Geschwindigkeiten erzielen, ebenso wie Rollerskater, welche die Asphaltierung gerne annehmen werden.Die rammsauersche Wortwahl dahingestellt sind moderne Räder in der Tat schnell und man muss sich schon hier wie überall darauf einstellen. Auch darauf, dass es Unvernünftige und Rücksichtslose gibt. Es ist nicht ersichtlich, wodurch Körnerweg-Anwohner ein Privileg haben sollten, das sie vor den alltäglichen Erscheinungen mehr schützt als Menschen anderswo. Hier ist weder ein Kindergarten noch Schule noch ein Altenheim.
Weiterhin geben wir zu bedenken, dass auch künftig die uneingeschränkte Zufahrt und bedingte Durchfahrt für Pkw und Lkw möglich sein muss, insbesondere für Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Müllabfuhr, Baufahrzeuge, Taxis und nicht zuletzt durch Privaffahrzeuge der Anlieger, die zum Be- und Entladen zu ihren Grundstücken fahren und in der Nähe bzw. auf ihren Grundstücken parken. Das Recht der Anlieger würde durch die Ausweisung des Körnerweges als Radweg erheblich beeinträchtigt, Konflikte wären vorprogrammiert und mögliche juristische Komplikationen sind absehbar.Hier wird weiter mutwillig in die Irre geführt, da es nicht um einen reinen Radweg im Sinne der StVO geht.
Der unbedingten Erhaltung dieses über die Jahrhunderte gewachsenen und für Dresden so einmaligen Bauwerkes gilt unser besonderes Interesse und unser Engagement.Das ist schön, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass dies nicht uneigennützig ist. Uneigennützig wäre das Interesse nur, wenn es dem Erhalt der Kulturlandschaft als Ganzes mehr diente als dem Vorteil, einen Weg für sich allein zu haben. Die Einrede eines bestehenden "konfliktfreien Nebeneinander" aller Verkehrsarten beim jetzigen Zustand wird nämlich durch zahlreiche Leserzuschriften über Jahre, Beschwerden und die unendliche Debatte gerade um diesen Abschnitt eindrucksvoll widerlegt.
Quelle (Wortlaut der Stellungnahme)
Montag, 29. Oktober 2012
Körnerweg endlich im Zusammenhang sehen!
Wie ich am Rande der vorgestern (27.10) stattgefundenen Sächsischen Radkonferenz erfahren konnte, sind vor allem einflussreiche Anwohner am Körnerweg die treibenden Kräfte, die eine vernünftige Lösung für die Gestaltung des Weges mit fragwürdigen Denkmalschutz-Argumenten verhindern. Seit Jahren besteht das Problem, dass der Weg aufgrund des Belags mit Katzenköpfen, die sehr glatt und rutschig sind und zudem große Lücken aufweisen, unzumutbar ist.
Da seitens der Verantwortlichen offenbar wenig Übung im Denken in Zusammenhängen besteht, ist ihnen noch nicht aufgefallen, dass ein Großteil der Probleme, die man auf der linken Elbseite hat, wesentlich entschärft werden könnten, wenn man nur hier, rechts der Elbe, eine Lösung schaffen würde.
Der Radverkehr wird hier quasi auf die andere Elbsseite gezwungen, was zu der hohen Radverkehrsbelastung auf dem Blauen Wunder und in Blasewitz zumindest beiträgt. Nicht zuletzt fahren viele Radler nun über Naumannstraße - Goethestraße - Käthe-Kollwitz-Ufer und die Albertbrücke wieder zurück auf die rechte Elbseite. Die provisorische Albertbrücke ist dann schon das nächste Risiko, dem sich die Radfahrer aussetzen müssen. Hier besteht der rutschige Belag aus Holz.
Nicht zuletzt sorgen diese zwei gegeneinander wirkenden Fallen dafür, dass sich Loschwitzer dafür entscheiden doch lieber das Auto zu nehmen und tragen so weiter zur Erhöhung des Verkehrsaufkommens zwischen Körner- und Schillerplatz bei.
p.s.: In dem Zusammenhang möchte ich auf folgendes "unerhörtes" Ereignis hinweisen, über das Konrad Krause (ADFC) Dresden-Fernsehen informierte: Unbekannte sanieren Dresdner Körnerweg
weiterführende Links (Danke an den Blogger Frank Nagel für die Infos!):
| Das alte Wasserwerk Saloppe muss als Argument für den schlechten Zustand des Körnerwegs herhalten. Foto: Steffen Müller.Wikipedia |
Da seitens der Verantwortlichen offenbar wenig Übung im Denken in Zusammenhängen besteht, ist ihnen noch nicht aufgefallen, dass ein Großteil der Probleme, die man auf der linken Elbseite hat, wesentlich entschärft werden könnten, wenn man nur hier, rechts der Elbe, eine Lösung schaffen würde.
Der Radverkehr wird hier quasi auf die andere Elbsseite gezwungen, was zu der hohen Radverkehrsbelastung auf dem Blauen Wunder und in Blasewitz zumindest beiträgt. Nicht zuletzt fahren viele Radler nun über Naumannstraße - Goethestraße - Käthe-Kollwitz-Ufer und die Albertbrücke wieder zurück auf die rechte Elbseite. Die provisorische Albertbrücke ist dann schon das nächste Risiko, dem sich die Radfahrer aussetzen müssen. Hier besteht der rutschige Belag aus Holz.
Nicht zuletzt sorgen diese zwei gegeneinander wirkenden Fallen dafür, dass sich Loschwitzer dafür entscheiden doch lieber das Auto zu nehmen und tragen so weiter zur Erhöhung des Verkehrsaufkommens zwischen Körner- und Schillerplatz bei.
p.s.: In dem Zusammenhang möchte ich auf folgendes "unerhörtes" Ereignis hinweisen, über das Konrad Krause (ADFC) Dresden-Fernsehen informierte: Unbekannte sanieren Dresdner Körnerweg
weiterführende Links (Danke an den Blogger Frank Nagel für die Infos!):
- Radfahrer – die Geißel der Menschheit! (oder: Wie die Bürgerinitiative Körnerweg vernünftige Lösungen verhindert)
- Mögliche Varianten für den Ausbau des Elberadweges am Körnerweg
- Präsentation der Stadt Dresden zum Ausbau des Elberadweges im Stadtgebiet (PDF)
Dienstag, 16. Oktober 2012
Elberadweg am Pailaisgarten wieder frei
Seit Juni 2012 war der rechtselbische Kurs wegen der Verlegung einer Fernwärmeleitung am Pailaisgarten und unter der Marienbrücke hindurch seit Juni gesperrt. Damit fehlte über die gesamte Radsaison einer der schönsten Abschnitte des Elberadwegs im Netz. Das Titelbild meines Blogs zeigt diesen Abschnitt. Wie elberadweg.de mitteilte, sollte am 14. September die Sperrung wieder aufgehoben werden, der Bau verzögerte sich jedoch um einen ganzen Monat. Jetzt, wo die Radsaison vorbei ist, kann wieder geradelt werden.
Natürlich kann man von Bauunternehmen nicht verlangen, ihre Arbeiten in den Winter zu verlegen, aber etwas mehr Rücksicht auf den Tourismus hätte sicher angestanden. Ein früherer (März bis Mai/Juni) oder eben späterer Baubeginn (August bis Oktober/November), so dass nicht die gesamte Saison verloren geht, wäre doch möglich gewesen.
Natürlich kann man von Bauunternehmen nicht verlangen, ihre Arbeiten in den Winter zu verlegen, aber etwas mehr Rücksicht auf den Tourismus hätte sicher angestanden. Ein früherer (März bis Mai/Juni) oder eben späterer Baubeginn (August bis Oktober/November), so dass nicht die gesamte Saison verloren geht, wäre doch möglich gewesen.
Sonntag, 14. Oktober 2012
Ausbau des Elberadwegs stockt - meint Tobias Winzer von der SZ
Wie
abzusehen fehlt für einen weiteren Ausbau des Elberadweges das Geld -
das heißt, es fehlt nicht, die politische Mehrheit setzt erwartungsgemäß
andere Prioritäten. SZ nennt 5 Probleme, für die das Geld fehlt.
Vernünftig betrachtet, gibt es aber nur ein wirklich dringendes Problem:
der Körnerweg. Und hier stellen sich weder Fraktionen noch Anwohner
noch Bürgerinitiativen quer sondern nur eine Behörde, vermutlich nur
eine einzige Person in einer Behörde. SZ schreibt:
Radfahren auf breiten und asphaltierten Wegen links und rechts der Elbe – das wird für die rund 350.000 Radfahrer, die jährlich den Elberadweg in Dresden benutzen, wohl noch lange ein Traum bleiben. Die Stadt hat jetzt ihre konkreten Pläne für den Ausbau der insgesamt 57 Kilometer langen Route vorgelegt. Im kommenden Jahr will sie für rund 600.000 Euro die Lücke zwischen Niederwartha und der Stadtgrenze schließen, einen neuen Weg unter dem Blauen Wunder auf der Loschwitzer Seite bauen und den strapazierten Asphaltbelag zwischen Carola- und Augustusbrücke austauschen. Das Fazit lautet aber: Der Ausbau des Elberadwegs stockt, und viele der bestehenden Lücken werden wohl noch Jahre offen bleiben. Die Sächsische Zeitung benennt die Probleme und Ursachen.
Problem 1: Offene Grundstücksfragen in ÜbigauSorry, aber Problem 1 ist doch nicht wirklich Problem Nummer 1 - verglichen mit anderen - nebensächlich. Das Geld und den Aufwand kann man sparen.
Das geplante Stück entlang der Elbe in Übigau droht, an offenen Grundstücksfragen und hohen Kosten zu scheitern. Die Stadt müsste einen Teil des ehemaligen Industriegeländes am Schloss Übigau kaufen. Der Eigentümer sei dazu zwar bereit, sagte der Leiter des Straßenbauamtes Reinhard Koettnitz. Allerdings müsste die Stadt dann im Gegenzug die Erschließung einiger Grundstücke dahinter übernehmen. Das ist ihr aber zu teuer. Sie prüft deshalb, den Elberadweg – vorbei am alten Industriegelände – über die Werftstraße und Tauberthstraße zu führen. Die Planungen dafür dauern aber noch Jahre. Deshalb verzögert sich auch der weitere Lückenschluss bis nach Altkaditz – zumal dort noch Deicharbeiten anstehen, die erst abgewartet werden sollen.
Problem 2: Radroute am Ostragehege zu teuer Weniger Sorgen bereitet der Stadt der fehlende Abschnitt rund um das Ostragehege. Denn weiter südlich gibt es bereits eine Alternativroute. Weil sie zu weit vom Elberadweg entfernt ist, ist sie aber nicht offizieller Teil des Elberadweges. Der Neubau entlang des Flusses würde 750.000 Euro kosten. Geld, das die Stadt zurzeit nicht hat. Das Stück liegt in der Priorität weit hinten. Die Vorplanung hat noch nicht begonnen. Auch Problem 2 ist nicht wirklich Problem Nummer 2. Das kann man streichen und auf bessere Zeiten hoffen.
Problem 3: Ausbau der Johannstädter Strecke ungewiss Der Elberadweg zwischen Albertbrücke und Blauem Wunder ist Unfallschwerpunkt. Eine zweite Asphaltbahn soll Fußgängern und Radfahrern mehr Platz bringen. Doch die Planungen dafür ziehen sich immer länger hin, weil die Stadt noch weitere Untersuchungen zu geschützten Pflanzen und Tieren vorlegen muss. Eigentlich sollten die 560.000 Euro teuren Bauarbeiten in diesem Jahr beginnen. Jetzt nennt die Stadt offiziell keinen Fertigstellungstermin mehr.
Das wohl dringendste Problem dürfte der Körnerweg sein. Problem 3 könnte man wesentlich schon dadurch entschärfen, dass man endlich mal die lächerlichen 650 m Körnerweg in den Griff kriegt. Denn der ist eigentlich noch nie zumutbar gewesen. Hier entscheidet sich der Radfahrer, über das Blaue Wunder die Elbseite zu wechseln und bringt damit zusätzlichen Verkehr auf ohnehin gefährliche Abschnitte. Die wenigsten werden den Weg über die Schillerstraße wählen, aber auch da ist man mitten im Verkehr:
Problem 4: Körnerweg bleibt für Jahre Holperpiste Das grobe Kopfsteinpflaster am Körnerweg wurde vor Kurzem von Unbekannten notdürftig ausgebessert. Eine grundhafte Sanierung der Holperpiste scheint in weiter Ferne zu sein. Die Stadt hat mittlerweile immerhin Varianten untersucht, wie das gehen könnte. Bei einem relativ günstigen Asphaltbelag stellt sich jedoch das Denkmalamt quer. Die Stadt will deshalb neue Pflastersteine verlegen, die den historischen Steinen nachempfunden sind, sich aber trotzdem besser für einen Radweg eignen. Der Haken: Der 650Meter lange Abschnitt würde eine Million Euro kosten. „Das Geld werden wir in den nächsten vier oder fünf Jahren nicht zur Verfügung haben“, sagt Koettnitz.Das Pflaster auf diesem Abschnitt, noch dazu mit abschüssiger Strecke ist gefährlich und totaler Schwachsinn. Das Denkmalamt mag überall mitreden, aber hier sollte es mal die Klappe halten. Durch ihr Mauern wird alles unnötig verkompliziert. Vor allem hält es viele, die hier entlang ihren Arbeitsweg hätten, vom Radfahren ab. Lieber wird weiter die Umwelt verpestet - was ja auch den Dresdner Denkmalen schadet. Total kurzsichtig!
Problem 5: Keine Lösung für Stück von Loschwitz bis Pillnitz Zwischen Loschwitz und Pillnitz fehlt ein fünf Kilometer langes Stück des Elberadwegs. Radfahrer müssen auf die enge und viel befahrene Pillnitzer Landstraße ausweichen. Die Planungen für den Lückenschluss stehen erst am Anfang. Der Grund: Der Stadtrat hat sich im Frühjahr für einen fünf Meter breiten Weg ausgesprochen. Die fast fertigen Pläne für eine drei Meter breite Variante müssen deswegen komplett überarbeitet werden. Das dauert noch mindestens ein Jahr. Und auch danach ist ein schneller Baustart unwahrscheinlich. Um den Weg zu bauen, muss die Stadt Grundstücke von Privateigentümern kaufen. 60 Prozent haben Verkaufsbereitschaft signalisiert. Die restlichen 40 Prozent müssten in einem langwierigen Verfahren enteignet werden. Ähnlich kompliziert ist die Situation auch beim fehlenden Abschnitt zwischen Pillnitz und Söbrigen.Nach dem Körnerweg kommt erst mal lange nichts. Wenn es außer dem Körnerweg noch ein Problem am Elberadweg gibt, ist es dieses, aber mit großem Abstand.
Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung, Samstag, 13. Oktober 2012, von Tobias Winzer
Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3179822
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Mittwoch, 20. Juni 2012
Rücksichtslosigkeit auf dem Elberadweg?
Unter dem Titel "Irgendwann knallt’s" berichtet die Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Meißen, am 8. Juni über die Situation auf dem Elberadweg im Zentrum von Meißen. Ich habe selber ähnliche Beobachtungen gemacht.
"Spazierer, Skater und Radler drängeln sich auf dem 2,50 Meter breiten Elberadweg im Meißner Zentrum. Unfälle sind programmiert," zitiert SZ den Meißner Horst Lange, der hier fast täglich spazieren geht. Der Leinpfad zwischen Go-Tankstelle und Altstadtbrücke sei seine Strecke. Vor allem am frühen Vormittag und nachmittags sei das durchs Meißner Zentrum führende Stück Elberadweg stark befahren, berichtet der Rentner. Wie im Berufsverkehr auf der Straße drängelten sich hier die Berufspendler. „Irgendwann knallt’s“, prophezeit er.
Weiter heißt es in der Sächsischen Zeitung: Einige Radfahrer würden es übertreiben und zögen in einem Affentempo ohne zu klingeln dicht an Senioren, Rollstuhlfahrern und Kindergarten-Gruppen vorbei. „Wenn ich plötzlich einen Schritt zur Seite machen, werde ich glatt umgefahren“, befürchtet der Meißner Rentner. Mehrmals schon hat er beobachtet, wie schlimme Unfälle nur um Haaresbreite vermieden wurden. Lange fordert deshalb jetzt, diese Gefahrenstelle auszuschildern oder die Geschwindigkeit für Radler zu begrenzen. Das von ihm geschilderte Problem existiert ähnlich an anderen Stellen des Radweges elbaufwärts. Unterhalb des Angers von Altkötzschenbroda verleitet die frisch asphaltierte Piste zum Rasen. Parallel dazu picknicken Familien mit Kinder auf den Tischen und Bänken in den Streuobstwiesen. Besucher des Dorfangers von Altkötzschenbroda nutzen den Elberadweg für einen Spaziergang. Entspannter ist die Situation in Coswig. Hier sind die Raser unter den Radlern aufgrund einer scharfen S-Kurve und des holprigen Pflasters gezwungen, das Tempo zu verringern. Kreisradwegewart Jochen Gramann weiß um diese Gefahrenstellen. Sie sind seine Sorgenkinder. In Meißen hat er bereits versucht, mit einem Hinweis auf die kommende S-Kurve und Garagenausfahrten die Radfahrer am Eingang zum Leinpfad zum Herunterschalten zu bringen. Wie das auch weiter elbabwärts gelingen soll, dafür sucht er derzeit nach einer Lösung. Mit 2,50 Meter ist der Radweg an dieser Stelle nicht breit genug, um jeweils eigene Spuren für Radler und Fußgänger auszuweisen. Ob Geschwindigkeitsgrenzen für Radler helfen können, darüber ist Gramann unsicher. Das habe er noch nirgends gesehen, sagt der Kreisradwegewart. Er will das Problem mit Meißens Ordnungsamtschef Markus Renner diskutieren. Für praktische Hinweise und Ideen ist Gramann offen. Zudem sieht er den Bedarf für Aufklärungsarbeit vor allem unter den Radlern. Die wenigsten wüssten, dass der Elberadweg als Fuß- und Radweg angelegt sei. Beide Seiten müssten sich miteinander arrangieren. Radfahrer sollten beim Überholen von Fußgängern mit der Klingel auf sich aufmerksam machen und das Tempo drosseln. Fußgänger wiederum sollten darauf achten, nicht die ganze Breite des Elberadweges zu vereinnahmen. In der Straßenverkehrsordnung gibt es nach Angaben der Radweg-Verantwortlichen das Verkehrsschild Nummer 240, welches auf einen gemeinsamen Fuß- und Radweg hinweist. Ein Schild oder Hinweis mit der Bitte um gegenseitige Rücksichtnahme könne sich ebenfalls als sinnvoll erweisen.
Quelle: Peter Anderson Irgendwann knallt’s
"Spazierer, Skater und Radler drängeln sich auf dem 2,50 Meter breiten Elberadweg im Meißner Zentrum. Unfälle sind programmiert," zitiert SZ den Meißner Horst Lange, der hier fast täglich spazieren geht. Der Leinpfad zwischen Go-Tankstelle und Altstadtbrücke sei seine Strecke. Vor allem am frühen Vormittag und nachmittags sei das durchs Meißner Zentrum führende Stück Elberadweg stark befahren, berichtet der Rentner. Wie im Berufsverkehr auf der Straße drängelten sich hier die Berufspendler. „Irgendwann knallt’s“, prophezeit er.
Weiter heißt es in der Sächsischen Zeitung: Einige Radfahrer würden es übertreiben und zögen in einem Affentempo ohne zu klingeln dicht an Senioren, Rollstuhlfahrern und Kindergarten-Gruppen vorbei. „Wenn ich plötzlich einen Schritt zur Seite machen, werde ich glatt umgefahren“, befürchtet der Meißner Rentner. Mehrmals schon hat er beobachtet, wie schlimme Unfälle nur um Haaresbreite vermieden wurden. Lange fordert deshalb jetzt, diese Gefahrenstelle auszuschildern oder die Geschwindigkeit für Radler zu begrenzen. Das von ihm geschilderte Problem existiert ähnlich an anderen Stellen des Radweges elbaufwärts. Unterhalb des Angers von Altkötzschenbroda verleitet die frisch asphaltierte Piste zum Rasen. Parallel dazu picknicken Familien mit Kinder auf den Tischen und Bänken in den Streuobstwiesen. Besucher des Dorfangers von Altkötzschenbroda nutzen den Elberadweg für einen Spaziergang. Entspannter ist die Situation in Coswig. Hier sind die Raser unter den Radlern aufgrund einer scharfen S-Kurve und des holprigen Pflasters gezwungen, das Tempo zu verringern. Kreisradwegewart Jochen Gramann weiß um diese Gefahrenstellen. Sie sind seine Sorgenkinder. In Meißen hat er bereits versucht, mit einem Hinweis auf die kommende S-Kurve und Garagenausfahrten die Radfahrer am Eingang zum Leinpfad zum Herunterschalten zu bringen. Wie das auch weiter elbabwärts gelingen soll, dafür sucht er derzeit nach einer Lösung. Mit 2,50 Meter ist der Radweg an dieser Stelle nicht breit genug, um jeweils eigene Spuren für Radler und Fußgänger auszuweisen. Ob Geschwindigkeitsgrenzen für Radler helfen können, darüber ist Gramann unsicher. Das habe er noch nirgends gesehen, sagt der Kreisradwegewart. Er will das Problem mit Meißens Ordnungsamtschef Markus Renner diskutieren. Für praktische Hinweise und Ideen ist Gramann offen. Zudem sieht er den Bedarf für Aufklärungsarbeit vor allem unter den Radlern. Die wenigsten wüssten, dass der Elberadweg als Fuß- und Radweg angelegt sei. Beide Seiten müssten sich miteinander arrangieren. Radfahrer sollten beim Überholen von Fußgängern mit der Klingel auf sich aufmerksam machen und das Tempo drosseln. Fußgänger wiederum sollten darauf achten, nicht die ganze Breite des Elberadweges zu vereinnahmen. In der Straßenverkehrsordnung gibt es nach Angaben der Radweg-Verantwortlichen das Verkehrsschild Nummer 240, welches auf einen gemeinsamen Fuß- und Radweg hinweist. Ein Schild oder Hinweis mit der Bitte um gegenseitige Rücksichtnahme könne sich ebenfalls als sinnvoll erweisen.
Quelle: Peter Anderson Irgendwann knallt’s
Mein Standpunkt: Auf kombinierten Rad- und Fußwegen sollte es generell eine Geschwindigkeitsbegrenzung geben. Das sich Radfahrer ggf. an die Geschwindigkeit der Fußgänger anzupassen haben, sollte in die StVO gechrieben werden. Das würde überall Zusatzschilder mit der Aufforderung zur Rücksichtnahme ersparen. Im Gegenzug sollte geregelt werden, dass die benutzungspflicht für Radfahrer auf solchen Wegen entfällt, wenn die Radfahrer (z.B. auch mit E-Bikes schneller als z.B. 20 km fahren. In dem Beitrag Radverkehr im Wandel: Herr Ramsauer schafft Feindbilder statt Leitbilder habe ich dazu Vorschläge gemacht.
Dienstag, 15. Mai 2012
Molenbrücke - Ballhaus Watzke: Wo der Elberadweg keiner ist
Nach der eigentlich schönen Lösung für den Radverkehr über die Molenbrücke endet der Radweg wenige später schon wieder in einem Desaster. Scharen von Radfahrern werden direkt auf die Außenbestuhlung von drei Restaurants "geleitet", müssen sich völlig überraschend den Weg mit Kellnern, Fußgängern und Gaststättenbesuchern teilen. Der Weg wurde hier neu angelegt, 1 m breiter als vorher, der Bedarf ist aber durch die (eigentlich am Radweg ja willkommene) Außenbestuhlung schon mehr als dahin. Da die Radfahrer, die die Gastronomie "annehmen" wollen, am Sperrzaun zur Straßenbahn hin ihre Fahrräder abstellen, geht noch mal ein Meter verloren. Als eigentlicher Gehweg und Fahrbahn bleiben nur noch 1,5 m statt wie vorher drei.
Einziger Lösungsansatz: Gefährdung kenntlich machen, Rücksicht nehmen.
Kein Lösungsansatz: die Außengastronomie verbieten.
svglw. "Am Elberadweg darf auf Probe bewirtet werden" (SZ Dienstag, 8. Mai 2012) und Foto (SZ Samstag, 28. April 2012), das die Situation erkennbar macht.
Einziger Lösungsansatz: Gefährdung kenntlich machen, Rücksicht nehmen.
Kein Lösungsansatz: die Außengastronomie verbieten.
svglw. "Am Elberadweg darf auf Probe bewirtet werden" (SZ Dienstag, 8. Mai 2012) und Foto (SZ Samstag, 28. April 2012), das die Situation erkennbar macht.
Mittwoch, 11. Januar 2012
Gramanns Initiative für eine bessere Beschilderung des Elberadweges- ein Fazit
Vor eineinhalb Jahren hat der ehrenamtliche Kreiswegewart Hans-Jochen Gramann im Landkreis Meißen und darüber hinaus für Furore gesorgt, indem er den Zustand des Elberadwegs und der Beschilderung unter die Lupe genommen hat. Die Frage geht an euch Nutzer: was ist seit dem erreicht worden? Gab es nur Erklärungen oder hat sich wirklich was getan? Lob und Kritik sind hier willkommen - und werden auch weitergeleitet, versprochen!
Hier ein Rückblick auf Gramans Initiative im August 2010 und die damaligen Reaktionen:
Freitag, 6. August 2010 (Sächsische Zeitung): "Schilderchaos auf dem Elberadweg"von Peter Anderson:
Peter Anderson kommentiert (Anderson.Peter@dd-v.de):
Reaktion der Tourismusverbände: Montag, 9. August 2010 (Sächsische Zeitung): "Touristiker wollen Elberad- weg verbessern"
von Antje Becker und Peter Anderson:
Hier ein Rückblick auf Gramans Initiative im August 2010 und die damaligen Reaktionen:
Freitag, 6. August 2010 (Sächsische Zeitung): "Schilderchaos auf dem Elberadweg"von Peter Anderson:
Meißens Kreisradwegewart Hans-Jochen Gramann läutet schrill die Fahrradglocke. In einer detaillierten Analyse hat er jetzt erhebliche Mängel am Elberadweg im Kreis Meißen aufgedeckt.
Gramanns Haupt-Kritikpunkt: Lediglich 28 Prozent der Schilder zwischen Landeshauptstadt und Landesgrenze informieren die Radler umfassend. Der Rest führt eher in die Irre, als für Orientierung zu sorgen. Oft sind die Schilder zu klein. Es fehlen Kilometerangaben für Fern- und Zwischenziele. Mitunter sind die nächstgelegenen Ziele zwar angegeben. Das übergeordnete Ziel fehlt jedoch. Ganz zu schweigen von der unendlichen Vielfalt an Schriftarten und Größen bei den Wegweisern.
„Den Arbeitspendlern fällt das in ihrer Routine nicht auf. Für die Fernradwanderer sind aber gut sichtbare, gleichmäßige und detaillierte Schilder entscheidend“, sagt Gramann. Beständig müssten die Radtouristen im Elbland absteigen, um die Wegweiser zu enträtseln oder die Karte zu befragen. Eine durchgängige Fahrt sei über längere Strecken kaum möglich. Das dürfte dem guten Ruf des Radwegs erheblich schaden, der größtenteils auf Mundpropaganda beruht.
Als Ursache des Mangels vermutet Gramann Betriebsblindheit. Absprachen zwischen den Gemeinden gebe es nicht. Offenbar ruhten sich die Verantwortlichen darauf aus, dass der Elberadweg alljährlich zum beliebtesten Fernradwanderweg Deutschlands gewählt wird.
Diese Lorbeeren könnten schnell welken. Sowohl der linkselbische Raum zwischen Klipphausen und Lommatzsch als auch die Dörfer und Städte im sogenannten Elbe-Röder-Dreieck wollen sich vom Millionen Euro schweren Radler-Kuchen gern ein Stück abschneiden. „Dort werden die Schilder aber zentral bestellt, und alles ist genauestens geregelt“, sagt Gramann. Der Elberadweg droht hinter die hohen Standards in den Nachbarregionen zurückzufallen.
Mangelnde Absprachen
Dazu beitragen dürfte auch die fehlende Koordinierung über Kreis- und Stadtgrenzen. „Es soll zwar beim Tourismusverband Sächsische Schweiz eine Verantwortliche für den sächsischen Elberadweg geben“, sagt Gramann. Sie habe aber noch nie zu ihm Kontakt gesucht.
Als weiterer Mangel kristallisiert sich aus Gramanns Elberadweg-Analyse der hohe Anteil an Pflasterstrecken heraus. Es sei weit übertrieben, von einem durchgehenden Asphaltband zu sprechen. Rund 140 Unterbrechungen der Schwarzdecke hat er auf dem Elberadweg links und rechts des Flusses im Kreis Meißen gezählt. Das sind insgesamt 11,6 Kilometer, also zehn Prozent der Gesamtstrecke.
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| Linkselbisch wurde der Radweg in 2010 bis Riesa fertiggestellt. Mängel gibt es trotzdem. Jochen Gramann wird nicht müde, darauf hinzuweisen. |
Peter Anderson kommentiert (Anderson.Peter@dd-v.de):
In enzyklopädischer Form hat Meißens Kreisradwegewart Hans-Jochen Gramann jetzt Stärken und Schwächen des Elberadweges analysiert. Er hat eine Kilometrierung eingeführt, sämtliche Schilder und Pflasterstrecken fotografiert und warnt vor Gefahrenstellen. Gramanns Analyse geht über die reine Kritik hinaus. Er schlägt Verbesserungsmöglichkeiten vor und zeigt Wege aus dem Dilemma auf.
Zum Aufreger wird die Geschichte, weil Gramann mit seiner Analyse Neuland betritt. Auf Sachsens Elberadweg werden die Schilder nicht einheitlich gestaltet, die Unfälle nicht erfasst und ausgewertet. Es gibt kein übergreifendes Qualitätsmanagement. Im 20. Jahr der Einheit stellt sich die Region ein Armutszeugnis aus. So werden die Pfunde verschenkt, mit denen wir eigentlich wuchern sollten.
Was der Elberadweg braucht, ist einen tatkräftigen Koordinator, der seine Entwicklung vorantreibt. Familien mit Kindern würden sich über Hinweise auf Spielplätze an der Strecke freuen. Es fehlen Angaben zu Werkstätten an der Piste. Hier wartet viel Arbeit und vor allem viel Potenzial. 55 Euro geben die Elberadweg-Fahrer bereits jetzt täglich in der Region aus. Es liegt an uns, dass es mehr oder weniger wird.
Reaktion der Tourismusverbände: Montag, 9. August 2010 (Sächsische Zeitung): "Touristiker wollen Elberad- weg verbessern"
Landkreis. Der Tourismusverband Sächsische Schweiz und Osterzgebirge hat sich der Elberadweg-Initiative des Meißner Kreisradwegewarts Hans-Jochen Gramann angeschlossen. Dieser hatte nach den schlechten Ergebnissen einer Analyse des Radweges im Meißner Bereich verschiedenste Verbesserungen eingefordert. So müssten die Schilder vereinheitlicht, Gefahrenstellen übergreifend gekennzeichnet und überflüssige Pflasterstrecken beseitigt werden. Kritik gab es allgemein auch an einer fehlenden Unfallstatistik für den Radweg.Freitag, 27. August 2010 (Sächsische Zeitung): Schilderchaos auf Radweg soll verschwinden von Peter Anderson
„Wir als Tourismusverband Sächsische Schweiz fordern schon lange, dass es für die touristischen Wegenetze, insbesondere die Wander- und Radwege ein übergeordnetes Management und eine regelmäßige Qualitätskontrolle gibt“, so Tino Richter, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, in einer ersten Reaktion auf Gramanns Vorstoß.
In seinem Landkreis habe er das Thema schon oft angesprochen, allerdings ohne Erfolg. Die Radwegwarte entlang der Elbe leisteten eine sehr gute Arbeit, so Richter. Immer wieder würden sie Schwachstellen aufdecken und an Landratsamt und Kommunen melden. Diese seien letztlich für die Ausschilderung verantwortlich und müssten aktiv werden. Die Aufgabe des Tourismusverbandes sei es dagegen, den Elberadweg zu vermarkten und das Netzwerk der Tourismus-anbieter zwischen der tschechischen Grenze und Dessau zu managen. In diesem Rahmen betreue der Tourismusverband auch die Internetseite des Radweges und erstelle das Handbuch. (SZ/pa)
Coswig stellt Geld für neue einheitliche Schilder bereit. Dresden würde gern von den Meißner Erfahrungen profitieren.Dienstag, 31. August 2010 (Sächsische Zeitung): Schilderchaos auf Radweg verschwindet
Coswig hat als erste Stadt im Elbland auf Kritik von Kreisradwegewart Hans-Jochen Gramann an der teils chaotischen Ausschilderung auf dem Elberadweg reagiert. Der zur Sommerszeit übliche Kassensturz sei genutzt worden, um freie Gelder für neue Schilder und Reparatur-Arbeiten zu reservieren. Das sagte jetzt der Coswiger Tourismus-Verantwortliche Toralf Schmollny.
Dieses Problem erkenne die Stadt als das dringlichste unter den von Gramann angesprochenen Kritikpunkten an. Für die Fernradwanderer spielten Stadtgrenzen keine Rolle. Sie müssten sich in Sachsen auf eine einheitliche Beschilderung verlassen können. Wenig Chancen räumt Schmollny dagegen dem Vorstoß ein, schrittweise die im Landkreis Meißen insgesamt 11,6 Kilometer langen Holper- und Pflasterstrecken auf dem Elberadweg zu beseitigen. „Wir haben in Coswig Schulen, wo in einigen Zimmern der Putz von den Wänden bröckelt“, sagt Schmollny. Diese Missstände abzuschaffen, sei derzeit wichtiger, als den Elberadweg zu einer Rennstrecke für Fahrradfahrer auszubauen. An besonders gefährlichen Punkten wie dem Pflasterstück an der Kötitzer Fähre sollte die Stadt allerdings mittelfristig aktiv werden.
Mit großer Deutlichkeit sprach sich Schmollny dafür aus, den Radweg regelmäßig auf Schwachstellen zu untersuchen. Hier habe Kreisradwegewart Gramann Pionierarbeit geleistet. Seine kritische Analyse dürfe nun nicht in der Schublade verschwinden. In Meißen würden sowohl Bauamtsleiter Dirk Herr als auch Ordnungsamtschef Roland Dittmann gern mit der Meißner Elberadweg-Analyse arbeiten. Bisher liege ihnen diese jedoch nicht vor, hieß es gestern aus dem Rathaus. Akuter Handlungsbedarf wird in beiden Ämtern derzeit nicht gesehen. Die Ausschilderung in Meißen orientiere sich an den sächsischen Vorgaben. Für die Pflasterstrecken im Stadtgebiet gebe es triftige Gründe.
Noch mit dem Sichten der Studie beschäftigt sind aktuell verschiedene Ämter im Radebeuler Rathaus. Eine fundierte Reaktion sei deshalb erst in einigen Wochen zu erwarten, sagte gestern Stadtsprecherin Ute Leder.
Das Interesse an der kritischen Radweganalyse aus Meißen geht unterdessen über den Kreis hinaus. In Dresden möchte die Radverkehrsbeauftragte Nora Ludwig gern von den Meißner Erfahrungen profitieren. Gegenüber der SZ sprach sich die Rathausmitarbeiterin dafür aus, den Austausch zwischen den Anliegergemeinden am Radweg zu verstärken.
Diskutiert wird in den mit dem Elberadweg befassten Verwaltungen und Verbänden zudem über ein jüngst immer wieder gefordertes zentrales Qualitätsmanagement für den Elberadweg.
SZ-Informationen zufolge würden die Tourismus-Verantwortlichen im Elbland eine solche Koordinierungsstelle durchaus begrüßen. Sie hätten auch kein Problem damit, diese Stelle beim Tourismusverband Sächsische Schweiz anzusiedeln. Dieser kümmert sich bereits jetzt um die gemeinsame Vermarktung des sächsischen Elberadweges.
von Antje Becker und Peter Anderson:
Bereits im nächsten Jahr soll der Elberadweg zwischen Diesbar-Seußlitz und Zeithain eine einheitliche Beschilderung nach den Vorschlägen von Kreisradwegewart Hans-Jochen Gramann erhalten. Zur Umsetzung des touristischen Radwegekonzeptes für das Elbe-Röder-Dreieck werde ab September eine befristete Personalstelle geschaffen und Fördermittel für die Beschilderung sowie die Anlage von Rastplätzen beantragt, heißt es vom Regionalmanagement. Grundlage dafür sei die Arbeit Gramanns. Der hatte gegenüber SZ die teils chaotische Ausschilderung auf der Strecke kritisiert.
Das nimmt auch die Stadt Coswig ernst. Der Kassensturz sei genutzt worden, um freie Gelder für neue Schilder und Reparatur-Arbeiten zu reservieren, sagte der Tourismus-Verantwortliche Toralf Schmollny. Für die Fernradwanderer spielten Stadtgrenzen keine Rolle, sie müssten sich auf eine einheitliche Beschilderung verlassen können.
Andere Kommunen wie auch Riesa sind dagegen noch mit der Auswertung der Analyse des Kreisradwegewartes beschäftigt. Neue Schilder wird es im Bereich der Elbestadt aber vorerst nicht geben. In Riesa war bereits umfassend beschildert, bevor 2005 die Radverkehrskonzeption des Freistaats mit den neuen Standards kam, so Stadtsprecher Uwe Päsler: „Deshalb nun alle Schilder auszuwechseln, ist schon aus finanziellen Gründen momentan kaum realisierbar.“ Wichtigstes Kriterium sei schließlich die Verständlichkeit und nicht gestalterische Fragen.
Dresden will von Meißen lernen
Wenig Chancen räumen die Kommunen zudem dem Vorstoß Gramanns ein, die im Landkreis insgesamt 11,6 Kilometer langen Holper- und Pflasterstrecken auf dem Elberadweg zu beseitigen. Zum einen habe man derzeit andere Prioritäten wie den Schulbau, heißt es zum Beispiel aus Coswig. Zum anderen ist eine Asphaltierung an manchen Stellen schlicht unmöglich.
Pflasterbereiche gibt es zum Beispiel dort, wo Einmündungen sind oder landwirtschaftliche Fahrzeuge den Elberadweg mitnutzen, sagte Riesa-Sprecher Päsler. Dort würde das Pflaster auch beibehalten.
In Nünchritz werde man künftig verschlissene Abschnitte zwar asphaltieren wollen, so Bürgermeister Gerd Barthold (CDU). Pflasterstellen werden aber auch hier bleiben – zum Beispiel am alten Bomätscherweg. Dies liege zum einen am Widerstand des Grundeigentümers, biete zum anderen aber auch Touristen die Chance, die historische Grundlage dieses Weges real erlebbar zu machen, so Barthold. Auch an den zwei Treppen, die die Radfahrer in Merschwitz überwinden müssen, werde sich aufgrund von Denkmal- und Hochwasserschutz kurzfristig nichts ändern.
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| Eines der beliebten Fernziele der Elberadweg-Touristen: die Dresdner Frauenkirche |
Das Interesse an der kritischen Radweganalyse aus Meißen geht unterdessen über den Kreis hinaus. In Dresden möchte die Radverkehrsbeauftragte Nora Ludwig von den Meißner Erfahrungen profitieren. Diskutiert wird in den mit dem Elberadweg befassten Verwaltungen und Verbänden zudem über ein jüngst immer wieder gefordertes zentrales Qualitätsmanagement für den Elberadweg.
SZ-Informationen zufolge würden die Tourismus-Verantwortlichen im Elbland eine solche Koordinierungsstelle durchaus begrüßen. Diese Stelle könnte beim Tourismusverband Sächsische Schweiz angesiedelt werden. Dieser kümmert sich bereits um die gemeinsame Vermarktung des sächsischen Elberadweges.
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